| 21:16 Uhr

Thaleischweiler-Fröschen
57-jähriger Mann erstochen: Partnerin und Tochter in Haft

In diesem Haus in der Herschberger Straße wurde am Montag ein 57-Jähriger erstochen gefunden.
In diesem Haus in der Herschberger Straße wurde am Montag ein 57-Jähriger erstochen gefunden. FOTO: Guido Glöckner
Thaleischweiler-Fröschen. Das Motiv für die Bluttat in Thaleischweiler-Fröschen ist noch nicht geklärt.

Ein 57-jähriger Mann ist am Montagabend in seiner Wohnung in der Herschberger Straße erstochen aufgefunden worden. Seine 50-jährige Lebensgefährtin und ihre 30-jährige Tochter sind seit Mittwoch  in Haft, weil der dringende Tatverdacht des Totschlags und der Beihilfe besteht, haben gestern Polizei und Staatsanwaltschaft mitgeteilt. Noch nicht geklärt ist das Motiv, das zu der Bluttat führte.Am Montagabend waren Einsatzkräfte  in die Herschberger Straße gerufen worden. Bei ihrem Eintreffen fanden sie den  57-Jährigen tot in der Wohnung. Am Hals  hatte er eine Stichverletzung. Die Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft haben daraufhin die Ermittlungen aufgenommen, die zu dem  dringenden Tatverdacht gegen die 50-jährige Frau führten. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie  ihrem Lebensgefährten mit einem Messer die tödliche Verletzung beigebracht haben soll. Sie wurde  festgenommen, ebenso ihre 30-jährige Tochter, die mit in der Wohnung lebt. Sie soll bei  der Messerattacke dabei gewesen sein, weshalb sie sich der  Beihilfe schuldig gemacht haben soll.

Die beiden Frauen  wurden am Mittwoch  dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der Haftbefehl wegen Totschlags gegen die Mutter und wegen Beihilfe zum Totschlag gegen die Tochter erlassen hat. Beide  wurden danach in  Gefängnisse gebracht.

Noch keine Aussagen machten gestern Polizei und Staatsanwaltschaft zu den Umständen, die zu dem tödlichen Messerstich geführt haben. Auch wegen des Motivs dauern die Ermittlungen an, erklärte ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Kaiserslautern.



Die verhaftete Tochter ist für Polizei und Justiz keine Unbekannte, sie musste seit Oktober vergangenen Jahres eine Fußfessel  tragen und durfte die gesamte Stadt Zweibrücken nicht betreten – ein Verbot, das sie eingehalten hat. Sie war in das sogenannte Visier-Programm aufgenommen worden, einem Informationsaustausch zwischen Justiz und Polizei zum Schutz der Allgemeinheit vor gefährlichen Rückfalltätern. Diese elektronische Aufenthaltsüberwachung war auf gerichtliche Anordnung vollzogen worden.