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Starkregen-Schäden auch im Zweibrücker Land
Sturm fegt über Rheinland-Pfalz hinweg

 Auch in Contwig war die Feuerwehr am Sonntag im Dauereinsatz. Starkregen hatte Straßen überspült.
Auch in Contwig war die Feuerwehr am Sonntag im Dauereinsatz. Starkregen hatte Straßen überspült. FOTO: Feuerwehr
Zweibrücken/Contwig/Waldmohr/Thaleischweiler. Teils schwere Sturmböen und Unwetter gab es am Sonntag in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Geröll, umgefallene Bäume und Sturmschäden sorgen für Unfälle – auch im Zweibrücker Land.

Sturmböen sind am Wochenende über Rheinland-Pfalz und das Saarland hinweggefegt und haben einige Schäden hinterlassen. Vier Personen wurden verletzt. Die Polizei berichtete gestern von umgekippten Bäumen, überfluteten Straßen, wetterbedingten Unfällen und einem Stromausfall. Einige Autos wurden durch umgerissene Schilder und Absperrungen beschädigt. Laut Warnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach war bis Sonntagabend mit zeitweise stürmischen Böen zu rechnen. Im Bergland waren auch schwere Sturmböen möglich.

In der Südwestpfalz wurden bei einem Verkehrsunfall drei Menschen schwer verletzt. Am Samstag geriet eine Frau auf der Autobahn 62 bei Thaleischweiler-Fröschen nach heftigen Sturmböen und Hagel mit ihrem Wagen ins Schleudern. Nach Angaben der Polizei kam die Frau dadurch auf die Gegenfahrbahn und kollidierte mit einem entgegenkommenden Wagen. Die Unfallverursacherin sowie das Ehepaar aus dem entgegenkommenden Auto wurden dabei schwer verletzt. Der Sachschaden beträgt etwa 20 000 Euro.

Bei Contwig gab es nach Angaben der Polizei Unfälle wegen umgestürzter Bäume. Am Freitag waren gegen ein 76-jähriger VW-Fahrer und ein 37-jähriger Peugeot-Fahrer auf der L 471 zwischen Stambach und Falkenbusch in entgegengesetzter Fahrtrichtung unterwegs. Beide kollidierten mit einem auf die Fahrbahn gestürzten Baum. Verletzt wurde durch den Zusammenstoß niemand. Beide Autos waren nicht mehr fahrbereit und mussten abgeschleppt werden. Es entstand rund 15 000 Euro Sachschaden. Der umgestürzte Baum wurde durch die Straßenmeisterei beseitigt.



Durch das Tief „Xander“ war es zu Starkregen gekommen. Deshalb wurden in Contwig über die Felder und Hanglagen Schlamm und Geröll in die Ortsstraßen und die Häuser gespült. Schwerpunkte waren verschiedene Abschnitte der Pirmasenser Straße, Drosselstraße und Keppbergstraße Die Einsatzkräfte reinigten die Straßen, pumpten Wasser aus dem Keller, und versorgten die betroffenen Anwohner mit Sandsäcken. Unterstützt wurden die Arbeiten durch Mitarbeiter des Bauhofes der Ortsgemeinde Contwig. Im Einsatz befanden sich die Löscheinheiten aus Contwig und Dellfeld inklusive Unterstützung der Feuerwehreinsatzzentrale in Contwig mit sechs Feuerwehrfahrzeugen und 35 Einsatzkräften. Verletzt wurde dabei niemand.

In Zweibrücken war es deutlich ruhiger, wie Stadtfeuerwehrinspekteur Frank Theisinger auf Anfrage mitteilte – und das, obwohl seit Donnerstag 70 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen seien. Wegen des Hochwassers habe es nur am Sonntag drei Einsätze gegeben – zwei davon wegen Überflutungen der Vogesenstraße in Rimschweiler (Autos kamen aber durch), einer wegen Wasser in einem Keller in der Rebgartenstraße in Hengstbach. Sicherheitshalber habe die Feuerwehr zudem mehrfach Pegelstände kontrolliert, vor allem in Mittelbach, wo „das Tal gut gefüllt war, der Pegel aber glücklicherweise am Fallen ist“, so Theisinger am Abend.

In Waldmohr wehte es am Samstag mehrere Absperrungen von Baustellen auf die Friedhof- und Eichelscheiderstraße. In Kusel fiel ein Bauzaun auf die Industriestraße.

Eine durch starke Regenfälle mit Geröll verschmutze Fahrbahn führte auf einer Landstraße bei Langwieden im Kreis Kaiserslautern am Sonntag zu einem Verkehrsunfall. Ein 52 Jahre alter Fahrer sei auf verschmutzter Fahrbahn mit seinem Auto ins Schleudern gekommen und gegen einen Baum geprallt, teilte ein Sprecher der Polizei mit. Die Feuerwehr musste den Mann aus seinem Auto befreien. Er wurde mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.

Auf einer Landstraße bei Koblenz kam es am Sonntagmorgen zu einem Unfall, nachdem ein großer Baum auf die Fahrbahn gefallen war. Wie die Polizei mitteilte, prallte ein Auto an der schlecht einsehbaren Unfallstelle dagegen. Der 59 Jahre alte Fahrer verletzte sich leicht. Die Beamten meldeten zudem bereits am Samstag kleinere Windschäden wie weggewehte Schilder oder umgestürzte Bauzäune.

Mehrere Stunden ohne Strom auskommen mussten am Samstagmorgen Anwohner der Verbandsgemeinden Puderbach und Waldbreitbach im Kreis Neuwied. Nach Angaben der Polizei stürzten im Landkreis zudem zahlreiche Bauzäune um. Eine Landstraße musste wegen herabfallender Äste sowie umgefallener Bäumen vorübergehend gesperrt werden.

Die Polizei in Trier berichtete von umgestürzten Bäumen, heruntergefallene Ästen und Sturmschäden am Samstag.

Die Polizei im Saarland meldete am Sonntag mehrere überflutete Straßen und vollgelaufene Keller bei Kleinblittersdorf und im Mandelbachtal (Bericht: Seite 15). An Samstag hielt zudem in Bexbach im Saarpfalz-Kreis ein auf einer Verkehrsinsel stehender Tannenbaum dem Wind nicht stand. Ein für Samstag in Sulzbach geplanter Weihnachtsmarkt wurde wegen des Windes abgesagt.

 Eine Sperrung der Stadtautobahn droht in Saarbücken wegen des hohen Saar-Pegels.
Eine Sperrung der Stadtautobahn droht in Saarbücken wegen des hohen Saar-Pegels. FOTO: BeckerBredel
(dpa)