| 23:11 Uhr

Ärztemangel auf dem Land
Ausschuss lehnt Stipendium für Ärzte auf dem Land ab

Mainz. Mit den Stimmen aller anderen Fraktionen hat der Wissenschaftsausschuss des rheinland-pfälzischen Landtags einen Antrag der CDU abgelehnt, ein Stipendienprogramm für angehende Ärzte auf dem Land einzuführen.

Es sei sinnvoller, Anreize zur Eröffnung einer Praxis dann zu geben, wenn die Entscheidung zur Niederlassung unmittelbar anstehe, sagte Wissenschaftsminister Konrad Wolf (SPD) gestern.

Die Förderung mit einem Stipendium von 500 Euro im Monat wäre ein zusätzliches Instrument, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Peter Enders. Wichtiger sei, dass die geplante Landarztquote eingeführt werde. Diese soll spätestens bis 2021 Bewerbern ohne Spitzenabitur ein Medizinstudium ermöglichen, wenn sie sich für eine spätere Tätigkeit als Hausarzt in ländlichen Regionen verpflichten. Als weiterer Weg für die Zulassung zum Medizinstudium ist ein etwa neunmonatiges Praktikum in unterschiedlichen Stationen in der medizinischen Versorgung geplant.

Als Baustein der „Landarzt-Offensive“ nannte der Minister auch mehr Medizin-Studienplätze. Für die Studierenden sollen vor diesem Hintergrund Teile des klinischen Studiums künftig außerhalb der Universitätsmedizin in Mainz stattfinden.