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Nach Gerichtsurteil
Saarland will Gesichtsschleier an Schulen verbieten

Saarbrücken/Mainz. (kir/red) Obwohl es im Saarland bisher keinen einzigen entsprechenden Fall gab, will die große Koalition Schülerinnen das Tragen einer Vollverschleierung im Unterricht per Gesetz verbieten. Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) reagiert damit auf ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Hamburg.

Das Gericht hatte vor wenigen Tagen entschieden, dass einer Schülerin mit Nikab (Gesichtsschleier) die Teilnahme am Unterricht nicht verwehrt werden darf, solange es dazu keine eindeutige Regelung im Schulgesetz gibt.

„Zu einem offenen, respektvollen Umgang und einem geregelten Miteinander gehören auch die Kommunikation und der freie Diskurs“, sagte Streichert-Clivot. Gestik und Mimik müssten wahrnehmbar sein.

Bereits in der vergangenen Woche hatte das Mainzer Bildungsministerium erklärt, Gesichtsschleier an den Schulen in Rheinland-Pfalz verbieten zu wollen und sich gleichfalls auf das erwähnte Urteil aus Hamburg berufen (wir berichteten).