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Weniger Straftaten als im Vorjahr
Rosenmontag halbwegs friedlich verlaufen

Der Rosenmontag ist in den närrischen Hochburgen Mainz, Koblenz und Trier trotz des oft hohen Alkoholkonsums verhältnismäßig friedlich verlaufen. Hier sichert ein Polizist in Mainz die Strecke des Umzugs.
Der Rosenmontag ist in den närrischen Hochburgen Mainz, Koblenz und Trier trotz des oft hohen Alkoholkonsums verhältnismäßig friedlich verlaufen. Hier sichert ein Polizist in Mainz die Strecke des Umzugs. FOTO: Andreas Arnold / dpa
Mainz/Koblenz/Trier. Kontrahenten in Narrenkostümen halten die Polizisten im Land am Rosenmontag auf Trapp. Immer wieder müssen Beamte einschreiten und die meist betrunkenen Fastnachter trennen.

Der Rosenmontag ist in den närrischen Hochburgen Mainz, Koblenz und Trier trotz des oft hohen Alkoholkonsums verhältnismäßig friedlich verlaufen. In der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt wurden weniger Straftaten verübt als im Vorjahr – allerdings waren darunter etwas mehr Körperverletzungen.

Die geringere Zahl an Straftaten in Mainz sei erstaunlich, weil 2017 nach einem eiskalten Starkregen am Nachmittag die Stadt wie leer gefegt gewesen sei, sagte ein Polizeisprecher am gestrigen Dienstag. In diesem Jahr hätten die Narren bis spät in die Nacht gefeiert. In Trier wurden in etwa ähnlich viele Anzeigen aufgenommen, Platzverweise ausgesprochen und Menschen in Gewahrsam genommen wie im Vorjahr. Die Polizei in Koblenz sprach von einer „sehr positiven Bilanz“.

Unter dem Strich zählte die Mainzer Polizei an diesem Rosenmontag 113 Straftaten, darunter 73 Körperverletzungen. Im Vorjahr waren es 137 Taten, darunter 60 Körperverletzungen. Auffällig: Gab es im vergangenen Jahr noch fünf Anzeigen wegen sexueller Nötigung, war es in diesem Jahr keine. Möglicherweise würden in den kommenden Tagen noch Taten nachgemeldet, betonte die Polizei. In Trier wurden neun Körperverletzungen gezählt. In Koblenz waren es fünf solche Delikte. „Das war alles im unteren Aggressionspotenzial, mal gekabbelt, mal auf die Nase gehauen“, meinte ein Sprecher.



Das Konzept der Mainzer Polizei, mögliche Störer früh anzusprechen, sei aufgegangen, sagte Sprecher Rinaldo Roberto. Es seien vor allem auswärtige Gruppen, etwa aus der Südpfalz oder dem Rheingau, die immer wieder an Fastnacht auffielen. 21 Menschen erhielten schon im Vorfeld ein sogenanntes Aufenthalts- und Betretungsverbot für den Rosenmontag. „Dagegen hat keiner verstoßen, zumindest ist uns keiner aufgefallen“, sagte Roberto.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) dankte den Einsatzkräften und Ehrenamtlichen. Ohne ihren Einsatz sei das fröhliche Feiern in der fünften Jahreszeit nicht möglich. Sie schloss neben den Kräften von Polizei, Feuerwehr, medizinischer Rettung und Sanitätsdiensten ausdrücklich auch die Mitarbeiter der Straßenreinigung und der Müllabfuhren mit ein. Daneben zeigte sie sich beeindruckt von den Menschen, die für Umzüge, Sitzungen und Veranstaltungen im Hintergrund „werkelten, bastelten und schrieben“, sagte Dreyer.

Die Polizei kontrollierte in Mainz insgesamt 758 Männer und Frauen und zählte 15 Widerstandshandlungen. „Bei der Menge an Menschen in Mainz sind das nicht wirklich viele“, kommentierte Roberto. Drei Polizisten hätten Prellungen oder Schürfwunden erlitten. In den anderen beiden großen Städten wurden keine Polizisten verletzt.

Einige der Hunderttausenden Narren im Land konnten ihren Tag nicht ganz so verbringen, wie sie es wollten, sondern mussten einige Zeit bei der Polizei in Gewahrsam bleiben. In Mainz waren das 25 Menschen, in Trier sieben und in Koblenz zwei. Außerdem nahm die Polizei in Mainz ein paar Spielzeugwaffen an sich, die echten Waffen täuschend ähnlich sahen. „Damit es zu keinen Verwechslungen kommt“, erklärte Roberto zu den falschen Pistolen, Revolvern, Maschinenpistolen und Schwertern.