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Polizeieinsätze
Rheinland-Pfalz macht Druck bei Risikospielen

 Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD).    Foto: Arnold/dpa
Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD). Foto: Arnold/dpa FOTO: dpa / Andreas Arnold
Mainz. Vor kurzem hat die Deutsche Fußball-Liga Bremen erstmals Geld für Mehrkosten für Polizeieinsätze bei Spielen gezahlt. Rheinland-Pfalz strebt eine deutschlandweite Fondslösung an.

Rheinland-Pfalz und Bremen erhöhen in der Debatte um die Kosten für Polizeieinsätze bei Hochrisikospielen im Fußball den Druck. Beide Länder wollen bei der Innenministerkonferenz im Dezember eine Muster-Gebührenordnung vorlegen, mit der die Mehrkosten bei solchen Parteien der ersten und zweiten Liga abgerechnet werden können. Auf diese Gebührenordnung könnten andere Länder zurückgreifen, kündigten der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz und der Bremer Innensenator Ulrich Mäurer (beide SPD) am Dienstag in Mainz an.

Die Diskussion um die Kosten schwelt schon seit Jahren. Bremen hat als bislang einziges Land schon eine Gebührenordnung und auch schon konkret Kosten von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) verlangt. Mäurer sagte, die ersten Zahlungsaufforderungen in Höhe von rund 1,17 Millionen Euro seien mittlerweile beglichen worden.

Dass die DFL gezahlt hat, zeige, dass sich Dinge verändert hätten, sagte Mäurer mit Blick auf eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts. Es hatte befunden, dass eine Beteiligung der Vereine bei Hochrisikospielen rechtens ist.



Mäurer und Lewentz favorisieren statt länderspezifischer Gebührenordnungen eigentlich einen bundesweiten Fonds, in den der Profifußball einzahlt und aus dem Mehrkosten für Hochrisikospiele getragen werden können. Doch dazu sei die DFL bislang nicht bereit, betonte Mäurer.

Lewentz kündigte an, wenn eine Fondslösung nicht zustande komme, werde er für Rheinland-Pfalz eine Gebührenordnung vorschlagen und sich an dem nun mit Bremen zu erarbeitenden Muster zu orientieren.

„Es geht am Ende um die Frage der Gerechtigkeit“, sagte Lewentz. Er könne es dem Rechnungshof, dem Steuerzahler oder der Polizei nach dem Urteil nicht mehr erklären, als Land auf das Geld zu verzichten.

Mäurer sagte, die Zahl der geleisteten Polizei-Einsatzstunden in den oberen Ligen sei von rund 1,6 Millionen in der Saison 2006/2007 auf mehr als 2,4 Millionen 2017/2018 gestiegen. Das Gros entfalle auf die Bundesliga und die zweite Liga. Gleichzeitig dürfte die DFL demnächst den ersten Umsatz von mehr als fünf Milliarden Euro verkünden.

Lewentz sagte, auch im Rhein-Main-Gebiet seien zuletzt Spieler-Transfers in zweistelliger Millionenhöhe vollzogen worden. Über die Summen, um die es bei den Mehrkosten für die Einsätze gehe, lachten Spielervermittler. Mäurer ergänzte, die DFL könnte die Mehrkosten „aus der Portokasse“ zahlen. Dem Innenministerium in Mainz zufolge geht es in Rheinland-Pfalz bei den Hochrisikospielen von Mainz 05, dem einzigen Club im Land in der ersten oder zweiten Liga, um eine Kostenbeteiligung von etwa 250 000 bis 400 000 Euro pro Saison.