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Gedenktag für NS-Opfer
Landtag gedenkt Holocaust-Opfern: „Schindlers Liste“ für Alle

 Schüler brachten am letztjährigen Gedenktag Rosen am Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz an.
Schüler brachten am letztjährigen Gedenktag Rosen am Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz an. FOTO: dpa / Thomas Frey
Mainz/Hachenburg. Der rheinland-pfälzische Landtag kommt am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus zum ersten Mal in diesem Jahr zusammen. 

Bei der ersten Plenarsitzung 2019 gedenken die Landtagsabgeordneten in Mainz der Opfer des Nationalsozialismus. Landtagspräsident Hendrik Hering, Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und eine Zeitzeugin werden an dem bundesweiten Gedenktag für die Holocaust-Opfer am Sonntag sprechen. Der Landtag erinnert bei der Sondersitzung an die zunehmende Verfolgung und Entrechtung der Juden nach den Novemberpogromen von 1938 und dem Beginn des Zweiten Weltkriegs. Im vergangenen Jahr stand die Erinnerung an die Opfer der NS-Justiz im Mittelpunkt.

Die Zeitzeugin Henriette Kretz überlebte nach Mitteilung der Landesregierung den NS-Terror in einem Nonnenkloster. Ihre Eltern wurden vor ihren Augen erschossen. Sie lebt heute im belgischen Antwerpen. Ihre Lebenserinnerungen hat sie in dem Buch festgehalten: „Willst du meine Mutter sein? Eine Kindheit im Schatten der Schoah.“

Das Landesmuseum Mainz, in dem der Landtag während des Umbaus des Deutschhauses tagt, bietet am Gedenktag zwei Führungen. Dabei geht es um von den Nazis geschmähte Kunstwerke, Arbeiten von Emigranten und um von jüdischen Familien beschlagnahmte Gemälde. Auch die Provenienzforschung des Museums ist ein Thema.



Ein Multiplex-Kino in Hachenburg (Westerwald) zeigt nach einer Provokation der AfD kostenlos Steven Spielbergs „Schindlers Liste“ für alle und rechnet mit mehreren Hundert Zuschauern. In dem 25 Jahre alten Spielfilm geht es um den deutschen Unternehmer Oskar Schindler (1908–1974), der während des Nazi-Regimes mehr als 1000 Juden vor dem Vernichtungslager gerettet hat.

Das Kino hatte zunächst mit einer Provokation der AfD für Aufsehen gesorgt: Es hatte ausschließlich Mitgliedern dieser Partei freien Eintritt zu der Vorstellung geboten. Aufgrund der „sogar international hohen Resonanz“ entschied die Geschäftsführung dann jedoch, allen Interessierten den Eintritt zu dem „vielfach ausgezeichneten Meisterwerk“ zu erlassen und die Kosten zu übernehmen.

Nach der Vorstellung soll es „eine Gesprächsmöglichkeit“ geben. In den beiden Sälen mit 170 und 200 Plätzen stünden jeweils zwei kirchliche Vertreter und die Kino-Geschäftsführerin Karin Leicher dafür bereit. Eine politische Diskussion im Saal werde es aber nicht geben. „Wir werden keinerlei Partei eine Plattform bieten“, sagte Leicher.

Der stellvertretender Vorsitzender der AfD-Fraktion im Landtag, Joachim Paul, kündigte an, an der Vorstellung teilzunehmen.