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Wieder Hagel und Starkregen
Rettungskräfte im Dauereinsatz

Vor der überschwemmten Fahrbahn auf der A 8 bei Heusweiler staute sich gestern der Verkehr. Zunächst war nur eine Fahrbahn betroffen. Kurz darauf wurde die Autobahn jedoch voll gesperrt.
Vor der überschwemmten Fahrbahn auf der A 8 bei Heusweiler staute sich gestern der Verkehr. Zunächst war nur eine Fahrbahn betroffen. Kurz darauf wurde die Autobahn jedoch voll gesperrt. FOTO: Fred Kiefer
Heusweiler/Kaiserslautern. Regenmassen und Hagel sorgten wieder für Überschwemmungen. Heusweiler und Eppelborn traf es am Schlimmsten. Von Dennis Langenstein

Die Unwetter-Ereignisse scheinen in der Region nicht mehr aufzuhören. Gestern zog erneut eine Unwetterfront über das Nordsaarland bis in die Mitte das Saarlandes. Von Nonnweiler, Eppelborn und Lebach bis nach Heusweiler. Die Kanalisation konnte vielerorts die Wassermassen nicht auf einen Schlag aufnehmen. Gullideckel wurden durch den Druck angehoben, Straßen und Keller überflutet. Am schwersten betroffen waren laut Feuerwehr die Ortschaften Eiweiler und Heusweiler.

In Heusweiler wütete Starkregen und Hagel. Gegen 13.20 Uhr fielen die ersten Regengüsse vom Himmel. Aus einem Gulli auf dem Marktplatz sprudelte das Wasser und der Köllerbach schwoll binnen kurzer Zeit auf ein vielfaches seiner normalen Wassermenge an. Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und Polizei sind über Stunden im Dauereinsatz. Hilfe kam auch aus anderen Gemeinden. So waren Feuerwehrleute aus dem ganzen Regionalverband nach Heusweiler geschickt. Etwa 300 Helfer von den Wehren, dem THW und dem Bauhof versuchten der Lage Herr zu werden. Die Saarbahn musste ihren Betrieb über Heusweiler bis Lebach einstellen. Endstation war zunächst Etzenhofen, wenig später war an der Riegelsberghalle Schluss. Zuletzt wurde nur noch bis zum Siedlerheim gefahren. Auch auf der Autobahn stand der Verkehr still. Die A 8 musste wegen Überflutung bei Heusweiler gesperrt werden. „Es sind dort bereits fünf Kilometer Stau“, erklärte gestern kurz nach 16 Uhr Stefan Laßlotta, Pressesprecher der Landespolizei. Hinzu kamen zahlreiche Landstraßen, die wegen Überflutungen und umgestürzter Bäume gesperrt werden mussten. So etwa die B 10 zwischen Lebach-Bubach und Eppelborn sowie die Ortsdurchfahrt Eppelborn.

Dort mussten Anwohner sogar aus ihren Wohnungen und Häusern evakuiert werden. Sie wurden laut Kreisbrandinspekteur Werner Thom in der Hirschberghalle versorgt. Ein Anwohner sei mit einem Boot gerettet worden. Unterstützt wurden hier die eigenen Feuerwehrleute unter anderem von den Kameraden aus Lebach und Püttlingen.



„Bis 17 Uhr hatten wir etwa 870 Einsätze“, berichtet Landesbrandinspekteur Timo Meyer, und: „Betroffen waren alle Landkreise bis auf den Saarpfalzkreis“. Um die Leitzentrale in Saarbrücken zu entlasten seien in mehreren Gerätehäusern der Wehren vor Ort Einsatzleitstellen gebildet worden. Ob Geröll und Schlamm wie am 1. Juni in Bliesransbach mit dem Wasser kam, sei zurzeit noch unklar. Allerdings seien wieder zahlreiche Keller und Wohnungen voll gelaufen. Auch einige Heizöltanks seien gekippt, ausgelaufenes Öl so weit wie möglich wieder eingefangen werden. Das Hochwassermeldezentrum in Saarbrücken meldete stark angestiegene Pegel im Einzugsgebiet der Saar. In den Oberläufen von Blies und Prims wurde die meldehöhe 1 erreicht, beziehungsweise in Eppelborn und Nunkirchen sogar überschritten.

Sintflutartige Regenfälle haben auch in Rheinland-Pfalz erneut zahlreiche Keller vollaufen lassen und für Verkehrsprobleme gesorgt. Besonders betroffen war nach ersten Angaben der Polizei die Pfalz, aber auch Teile Rheinhessens. Bei der Polizei in Kaiserslautern gingen nach Angaben eines Sprechers am Nachmittag etwa 150 Anrufe aus Stadt und Landkreis ein. Die Menschen hätten überwiegend vollgelaufene Keller, angehobene Gullydeckel und überschwemmte Straßen gemeldet, sagte ein Polizeisprecher. „Das Notruftelefon hat nicht stillgestanden.“

Auf der A 6 Kaiserslautern-Mannheim stand ein großer Abschnitt unter Wasser. Vor einem abschüssigen Stück hätten die Autos in der Baustelle gehalten, weil die Fahrer sich nicht getraut hätten, wegen des herablaufenden Wassers weiterzufahren. Da das Wasser auch von den Feldern auf die Autobahn gelaufen sei und Erde mitgenommen habe, habe man wegen der braunen Farbe die Fahrbahn nicht mehr erkennen können.