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Lärmbelästigung
Güterzugverkehr am Mittelrhein — Mainz macht Druck auf Berlin

Mainz. Die drei Regierungsfraktionen in Rheinland-Pfalz wollen das Bundesverkehrsministerium dazu bewegen, seine ablehnende Haltung zu einer Alternativstrecke für Güterzüge im Mittelrheintal zu ändern.

Technische Maßnahmen zur Lärmdämmung seien zwar sinnvoll, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Alexander Schweitzer. Auf Dauer führe aber kein Weg daran vorbei, den Güterzugverkehr über eine andere Strecke zu führen, etwa über eine Trasse von Troisdorf bei Bonn ins hessische Mainz-Bischofsheim. In Rheinland-Pfalz regiert eine Koalition aus SPD, FDP und Grünen.

Laut Bundesverkehrsministerium rechnet sich eine Entlastungsstrecke erst bei einer Verzehnfachung des Zugverkehrs im Mittelrheintal. Damit seien die Hoffnungen der Menschen mit Füßen getreten worden, sagte Schweitzer. „Dass die Alternative Güterverkehrsstrecke, das heißt die Neubaustrecke Troisdorf-Mainz-Bischofsheim nicht in den Vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans 2030 aufgenommen, ist aus Sicht des Landtags nicht akzeptabel“, heißt es in einem Antrag, der im Landesparlament beschlossen werden soll.

„Alle drei Minuten donnert ein Zug durch das Mittelrheintal“, sagte die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, Pia Schellhammer. Das von der CSU geführte Bundesverkehrsministerium habe in seiner jüngsten Stellungnahme nur „Hohn und Spott“ zum Ausdruck gebracht.



CDU-Fraktionschef Christian Baldauf hat den Vorsitzenden der Koalitionsfraktionen und der Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) eine gemeinsame Resolution zum Bahnlärm im Mittelrheintal vorgeschlagen. Schweitzer äußerte sich zurückhaltend dazu und schlug der CDU-Fraktion vor, dem Antrag der Ampelfraktionen zuzustimmen.