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Befangenheitsantrags gegen einen Richter
Prozess um tödlichen Überfall vertagt

Im Landgericht in Landau wird einem 24-Jährigen vorgeworfen, gemeinsam mit zwei bereits verurteilten Männern im Mai 2016 eine 86-jährige Frau in ihrem Haus beraubt und tödlich verletzt zu haben.
Im Landgericht in Landau wird einem 24-Jährigen vorgeworfen, gemeinsam mit zwei bereits verurteilten Männern im Mai 2016 eine 86-jährige Frau in ihrem Haus beraubt und tödlich verletzt zu haben. FOTO: Uwe Anspach / dpa
Landau. Weil er am Raubmord an einer 86 Jahre alten Frau beteiligt gewesen sein soll, steht ein Mann seit gestern in Landau vor Gericht. Wegen eines Befangenheitsantrags gegen einen Richter wurde der Prozess vertagt.

(dpa) Der Landauer Prozess um den brutalen Tod einer 86-jährigen Frau ist kurz nach dem Auftakt wegen eines Befangenheitsantrags gegen einen Richter vertagt worden. In dem Verfahren vor dem Landgericht wird einem 24-Jährigen vorgeworfen, gemeinsam mit zwei bereits verurteilten Männern im Mai 2016 in Landau die 86-jährige Frau in ihrem Haus beraubt und mit Schlägen und Tritten so schwer verletzt zu haben, dass sie starb.

Der Anwalt des 24-Jährigen sagte gestern bei Prozessbeginn, der Befangenheitsantrag betreffe jenen Richter, der im Verfahren gegen die beiden anderen Angeklagten der Berichterstatter gewesen sei. In jenem Prozess sei der 24-Jährige, der damals nicht vor Gericht gestanden hatte, vorverurteilt worden. So sei die Kammer überzeugt gewesen, dass er von der 86-Jährigen die Herausgabe von Wertgegenständen gefordert und auf die am Boden liegende Frau eingetreten und -geschlagen habe.

Da der betroffene Richter nun zu dem Antrag Stellung nehmen und die Kammer in einer anderen Besetzung über den Antrag entscheiden muss, wurde die Sitzung bis zum 12. Februar unterbrochen. Oberstaatsanwältin Anne Herrmann bezeichnete den Antrag als unbegründet. Die Vertreterin der Nebenklage, die die sieben Kinder der 86-Jährigen vertritt, schloss sich der Staatsanwaltschaft an.



Das Trio soll in der Nacht vom 18. auf den 19. Mai 2016 in das Haus der Seniorin eingedrungen sein. Nach Darstellung der Ermittler hatten die Männer die betagte Frau zum Öffnen eines Fensters gebracht, indem der Sohn von einem der Verurteilten davor um Hilfe rief.

Während dem 24-Jährigen zunächst die Flucht gelang, wurden seine mutmaßlichen Komplizen im Februar 2017 wegen Mordes und Raubes mit Todesfolge zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Landgericht stellte bei den damals 25 und 30 Jahre alten Männern außerdem die besondere Schwere der Schuld fest. Für den 24-Jährigen klickten drei Monate später aufgrund eines Europäischen Haftbefehls in Ungarn die Handschellen. Der Mann werde von den beiden anderen und von einer DNA-Spur am Tatort belastet, sagte Herrmann, die gestern keine Gelegenheit hatte, die Anklage vorzutragen. Er selbst habe bislang von seinem Schweigerecht Gebrauch gemacht.

(dpa)