| 23:49 Uhr

Streit ging voraus
Prozess um Schuss in Mainzer Hochhaus

Mainz. Nach einem Schuss in einem Hochhaus in Mainz müssen sich seit gestern zwei Männer vor dem Mainzer Landgericht verantworten. Dem 37-Jährigen und seinem 42 Jahre alten künftigen Schwager wird unter anderem versuchter Totschlag vorgeworfen. Dem Vorfall im September 2017 im Stadtteil Gonsenheim, bei dem niemand von dem Projektil getroffen worden war, soll ein Streit um Rauchen im Fahrstuhl vorausgegangen sein.

Nach einem Schuss in einem Hochhaus in Mainz müssen sich seit gestern zwei Männer vor dem Mainzer Landgericht verantworten. Dem 37-Jährigen und seinem 42 Jahre alten künftigen Schwager wird unter anderem versuchter Totschlag vorgeworfen. Dem Vorfall im September 2017 im Stadtteil Gonsenheim, bei dem niemand von dem Projektil getroffen worden war, soll ein Streit um Rauchen im Fahrstuhl vorausgegangen sein.

Der 42-jährige Angeklagte erklärte vor Gericht in einer schriftlichen Einlassung, er habe dem in den Streit mit mehreren Männern verwickelten 37-Jährigen zur Hilfe eilen wollen und die Halbautomatik-Waffe nur zur Abschreckung in seinen Hosenbund gesteckt. Er sei entsetzt gewesen, dass sich ein Schuss gelöst habe.

Der ältere Angeklagte sprach von einem Streit auf dem Flur im vierten Stock des Hauses. Der 37-Jährige sei vor der Wohnung seiner Schwester von mehreren Männern angegangen worden. „Ich bin ein Familienmensch, natürlich wollte ich helfen“, zitierte ihn sein Anwalt. Die Angreifer verschwanden den Angaben zufolge in einer Wohnung, an dessen Tür die beiden dann klopften, um die Gegenüber zur Rede zu stellen. Als die Tür geöffnet wurde, sei alles sehr schnell gegangen. Der 37-Jährige sei in die Wohnung gestürmt und habe um sich geschlagen. Als die überraschten anderen Männer versucht hätten, ihn aus der Tür zu schieben, habe er zur Waffe gegriffen und der Schuss habe sich gelöst. Das Projektil prallte damals an einer Metallzarge ab und fiel zu Boden. Herumfliegende Holzsplitter verletzten zwei Menschen leicht. Die beiden Angeklagten waren nach dem Schuss zunächst geflüchtet, wenig später aber gefasst worden.



(dpa)