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Versuchter Raub
Angeklagter schickt 1000 Euro an die überfallene Familie in Landstuhl

 Justitia hat im Fall des brutalen Raubüberfalls in Landstuhl einiges abzuwägen. Symbolfoto: dpa
Justitia hat im Fall des brutalen Raubüberfalls in Landstuhl einiges abzuwägen. Symbolfoto: dpa FOTO: picture alliance / dpa / Peter Steffen
Zweibrücken/Landstuhl. Es soll offenbar so eine Art erste Wiedergutmachung sein: Der Verteidiger eines der Angeklagten im Fall des versuchten Raubes in dem Wohnhaus einer fünfköpfige Familie eines amerikanischen Zivilbeschäftigten in Landstuhl hat am Mittwoch vor der Ersten Strafkammer des Landgerichts Zweibrücken überraschend mitgeteilt, die Angehörigen seines Mandanten hätten 1000 Euro an die Überfallen geschickt. Von Rainer Ulm

Ein Anflug von Reue? Zudem lässt darauf auch ein spontaner Zwischenruf des angeklagten 33-jährigen Franzosen, der in Darmstadt wohnt, während der Verhandlung am Mittwoch schließen. Als ein 43-jähriger Polizeibeamter gerade im Zeugenstand berichtete, dass sich ein kleiner Sohn und das Töchterchen, die die dramatischen Ereignisse in ihrem Zuhause an jenem Abend des 10. April hatten miterleben müssen, vor Angst gemeinsam unter einem Bett versteckten, rief er in den Gerichtssaal: „Dass Kinder im Haus sind, wussten wir nicht.“

Gemeinsam mit ihm stand am Mittwoch ein 52-jähriger Mittäter vor Gericht. Sein Fall war von der para­llel laufenden Hauptverhandlung gegen einen 62-Jährigen abgetrennt worden, weil dem mehrfach einschlägig Vorbestraften – im Gegensatz zu den anderen – nach Einschätzung des Gerichts eine lange Haftstrafe mit Sicherungsverwahrung droht. Ein 43-jähriger vierter Täter war auf der Flucht gestorben. Ihm hatte der 41-jährige Vater der amerikanischen Familie aus Notwehr noch in seinem Haus mit einem Küchenmesser in den Rücken gestochen, als der 43-jährige Täter, der jüngste Bruder des 62-Jährigen, die Ehefrau angriff. Der Mann starb später auf der Flucht auf einem Bürgersteig in Krickenbach, wo ihn seine drei Komplizen abgelegt hatten.