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Landgericht Zweibrücken
Ein Drogenhändler will nur Vermittler gewesen sein

FOTO: dpa / Thomas Frey
Zweibrücken. Im Prozess gegen ein Drogenhändler-Trio hat einer der Angeklagten das ihm Vorgeworfene zugegeben. Allerdings will er lediglich ein „Vermittler“ gewesen sein, wie der 21-Jährige vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Zweibrücken am Montag aussagte.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Syrer, der bis zu seiner Festnahme in Homburg wohnte, seinem 25-jährigen Landsmann, der bislang in Kaiserslautern lebte, und einem 23-jährigen Tunesier, der sich illegal in Frankreich aufhielt, unerlaubtes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln vor. Sie sollen demnach in Zweibrücken, Homburg, Landstuhl und anderen Orten kiloweise mit Haschisch und Amphetamin gedealt und dabei Gewinne von 1800 bis 15 000 Euro erzielt haben. Darüber hinaus sollen sie Ecstasy-Tabletten verkauft haben – einige davon an eine Minderjährige. Der 21-jährige Syrer soll bei der vereitelten Drogenübergabe in Ramstein-Miesenbach, so die Anklage, ein Pfefferspray in der Brusttasche seines Pullovers mitgeführt haben. Auch das gab der junge Mann am Montag zu. Er habe das Spray aber nur zu seinem eigenen Schutz dabeigehabt, nachdem er kurz zuvor in seiner Homburger Wohnung von mehreren Männern angegriffen worden sei. Im Übrigen habe ihn der mitangeklagte 25-jährige Syrer „verführt“, bei dem Zehn-Kilo-Amphetamin-Handel mitzumachen. Die synthetische Droge habe der ebenfalls mitangeklagte Tunesier „in Holland“ beschafft und in einem Koffer mit dem Zug nach Homburg gebracht, von wo aus es im Auto eines Freundes weiter nach Ramstein-Miesenbach ging. Hier war das Trio, angelockt von einer Vertrauensperson der Polizei, während der Übergabe der zehn Kilogramm Amphetamin auf einem Parkplatz eines Schnellrestaurants an der Autobahn A 6 am 15. April festgenommen worden.

Der 21-Jährige gab ebenfalls zu, einmal mit 250 und ein anderes Mal mit 350 Ecstasy-Tabletten gehandelt, einige dieser Pillen auch selbst eingenommen zu haben. Bei einer Durchsuchung nach seiner Festnahme hatte die Polizei unter anderem noch 41 dieser Tabletten in seiner Homburger Wohnung gefunden.

Es sind drei weitere Verhandlungstermine vorgesehen. Das Urteil wird am 25. September erwartet.



(ru)