| 20:40 Uhr

Verfahren am Landgericht Mainz
Polizist sagt im Prozess um falsche Ring-Schecks aus

Mainz. Der Prozess um gefälschte Schecks im Zusammenhang mit der 2009 gescheiterten Privatfinanzierung des Freizeitparks am Nürburgring hat vermutlich seine letzte Zeugenvernehmung gesehen. Am Mittwoch sagte vor dem Mainzer Landgericht ein Kriminalhauptkommissar aus.

Der Beamte hatte vor Jahren den Geschäftspartner eines angeblichen US-Milliardärs in Florida vernommen. Letzterer wollte vermeintlich Geld in das Freizeitpark-Projekt pumpen, Schecks entpuppten sich aber als ungedeckt.

Der Kriminalhauptkommissar im Zeugenstand war einst bei den Ermittlungen nach dem Ring-Fiasko extra in die USA gereist, um den Geschäftspartner zu befragen. Das tat er dort auch, nach seiner Aussage unter anderem im Beisein von FBI-Beamten. Erschienen sei der Geschäftspartner damals in „goldfarbenem Anzug“, mit Riesen-Krawatte, Ringen und Armringen. Das sei ihm nicht angemessen erschienen, erklärte der Polizist. „Er kam mir schon ein wenig suspekt vor.“

In dem Verfahren ist der Schweizer Geschäftsmann Urs Barandun wegen Betrugs angeklagt. Er überreichte vor rund zehn Jahren die vermeintlich rund 100 Millionen US-Dollar schweren Schecks des angeblichen US-Milliardärs an Ring-Verantwortliche. Den angeblichen reichen Finanzier hatte der damalige rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) als „ganz großen Milliardärsadel“ bezeichnet. Letztlich stellte sich heraus, dass auf dem zu den Schecks gehörigen Konto kaum mehr als 50 Dollar waren.



(dpa)