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System wart vor Hochwasser, Großbränden oder Anschlägen
Probealarm: 380 000 Katwarn-Meldungen

Die Notfall-App Katwarn auf einem Handy.
Die Notfall-App Katwarn auf einem Handy. FOTO: Rolf Vennenbernd / dpa
Ludwigshafen. Hunderttausende Rheinland-Pfälzer haben beim Blick auf ihr Smartphone eine Katastrophenwarnung erhalten. Doch darin gibt es gleich Entwarnung — es ist nur ein Test.

Die meisten Kreise und kreisfreien Städte in Rheinland-Pfalz haben am gestrigen Montag testweise eine Katastrophenwarnung verschickt. Um elf Uhr oder etwas später verschickten 26 Kommunen – 17 Kreise und neun kreisfreie Städte – eine Warnung über das System Katwarn. Über 380 000 Meldungen seien versendet worden, teilte der Sprecher von Katwarn, Niklas Reinhardt, mit. Das System soll zum Beispiel vor Hochwasser, Großbränden oder Anschlägen warnen. 

Die Warnungen gingen an die Bürger, die sich bereits dafür angemeldet haben. Sie erhielten eine Nachricht auf ihrem Smartphone – zum Großteil per App, rund 4000 Mal per SMS. Die Stadtverwaltung von Ludwigshafen schrieb zum Beispiel in der App: „Probealarmierung zum Test von Karwarn. Es liegt keine Gefahrensituation vor!“ Das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme, das Katwarn technisch betreut, zog eine positive Bilanz des Testalarms.

„Insgesamt ist alles erwartungsgemäß verlaufen“, sagte Sprecher Reinhardt. Bisher seien 28 Rückmeldungen von Nutzern eingegangen, davon sei es aber nicht bei allen um technische Probleme gegangen. Wenn etwas nicht funktionierte, kann das nach Angaben des Sprechers zum Beispiel daran gelegen haben, dass es ein Problem mit dem Smartphone oder der Internetverbindung gab oder die App falsch eingestellt war.



Es gibt auch andere Warnsysteme wie etwa die App Nina des Bundes. Einige Städte und Kreise wie die Stadt Mainz oder die Region Trier nutzen nur Nina und nicht Katwarn, die Stadt Ludwigshafen warnt dagegen mit beiden Systemen. Zweibrücken beteiligt sich nicht an Katwarn.

Für Katwarn gibt es über das Jahr verteilt drei Warntermine: Im April sind Kreise und kreisfreie Städte an der Reihe, im August die Leitstellen, im Dezember steht ein landesweiter Probealarm an. Rheinland-Pfalz nutzt Katwarn seit 2015 nach Angaben des Landesfeuerwehrverbands als erstes Flächenland. Katwarn hat bundesweit nach eigenen Angaben rund drei Millionen Nutzer.