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Fahrradsaison bislang ohne Schwung
Noch stehen fast alle (Leih-)Räder still

Noch bleiben viele Fahrräder ungenutzt. Aber das könnte sich bald ändern.
Noch bleiben viele Fahrräder ungenutzt. Aber das könnte sich bald ändern. FOTO: Rene Ruprecht / dpa
Koblenz. Landesweit warten Fahrradverleiher auf Ausflügler. Der Frühlingssaison im Sattel fehlt es noch an Schwung. Einen Impuls für den Radtourismus erhoffen sich die Veranstalter des ersten E-Bike-Festivals im Land im Sommer.

Die diesjährige Fahrradsaison scheint in Rheinland-Pfalz noch nicht richtig Fahrt aufgenommen zu haben. Landesweit warten etliche Fahrradverleiher nach dem bislang eher kühlen Wetter auf Kunden. „Es ist noch sehr ruhig“, sagte Iris Fußer, Mitarbeiterin eines Unternehmens mit Sitz in Hördt im Kreis Germersheim. Zwar gebe es schon einige Buchungen, diese seien aber meist für einen späteren Zeitpunkt im Jahr. Ähnlich sieht es bei einem Geschäft mit Mieträdern in Koblenz und bei einem Fahrradverleih in Hermeskeil in der Vulkaneifel aus.

Immerhin mache sich der Frühling schon im Verkauf bemerkbar, meinte Fahrradgeschäft-Inhaber Stefan Mitschke in Koblenz. Wahrscheinlich verleihe er noch nichts, weil noch nicht viele Menschen Kurzurlaub machten, sagte er. Meist liehen sich Tages- oder Wochenendgäste seine Räder aus. „In der Regel sind das keine Leute, die eine lange Tour machen möchten.“ Beliebt seien eine Fahrt durch die Koblenzer Altstadt, zur Lahn oder entlang der Mosel.

Auch in der Vulkaneifel ist der Frühling bei einem Fahrradverleih in Hermeskeil noch nicht angekommen. Bislang habe ihn erst eine Anfrage erreicht, sagte Peter Schiwek. In vielen Fällen wollten die Kunden nur einen Tag lang ein Rad mieten. Beliebt sei bei ihm der 48 Kilometer lange Ruwer-Hochwald-Radweg.



Die Tourismusbranche in Rheinland-Pfalz hat Radfahrer seit längerem als eigene Zielgruppe entdeckt. Um sie anzulocken, setzt die Branche auf etliche Radfernwege und auf Fahrradveranstaltungen. In diesem Jahr findet erstmals ein E-Bike-Festival am Nürburgring Ende Juli in der Eifel statt. Es ist Teil der dreitägigen Veranstaltung „Rad am Ring“. Mit der Aktion, bei der E-Bike-Fahrer auch auf die Rennstrecke dürfen, solle dem Trend hin zum motorisierten Fahrrad Rechnung getragen werden, erklärte die Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH. Außerdem würden Ausflugs- und Urlaubsstrecken für E-Bike-Fahrer beworben. Auch für die alltägliche Fahrradnutzung soll in Rheinland-Pfalz künftig mehr getan werden. Es werde an dem Ziel gearbeitet, ein landesweites Radwegenetz zu schaffen, erklärte das Verkehrsministerium in Mainz. Allein im vergangenen Jahr habe das Land rund 8,5 Millionen Euro in den Bau von Radwegen gesteckt. Auch für Pendler werde geprüft, wo neue Radstrecken entstehen könnten.

Unklar ist noch, wann und wo der erste Radschnellweg in Rheinland-Pfalz eröffnet werden könnte. Das sind kreuzungsfreie Wege, auf denen Radfahrer mit relativ gleicherbleibender Geschwindigkeit fahren können. Einer Analyse aus dem Jahr 2014 zufolge sei ein solcher Weg beispielsweise auf der Strecke Mainz-Ingelheim-Bingen sowie zwischen Trier und Konz sinnvoll, teilte das Ministerium mit.

(dpa)