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Trotz Trockenheit
Noch keine Gefahr für Weihnachtsbäume

Obwohl der Sommer lang und trocken war, haben sich die Weihnachtsbäume gut entwickelt.
Obwohl der Sommer lang und trocken war, haben sich die Weihnachtsbäume gut entwickelt. FOTO: dpa / Roland Weihrauch
Mainz. Weit und breit kein Wölkchen in Sicht. Der Regen lässt auf sich warten: Welche Auswirkungen hat das auf die besinnliche Zeit?

(dpa) Trotz des ausbleibenden Regens entwickeln sich die Weihnachtsbäume in Rheinland-Pfalz auch dieses Jahr wie gewohnt. „Momentan haben wir noch keine Ausfälle“, sagte Kristina Zimmermann vom Arbeitskreis Rheinland-Pfälzischer Weihnachtsbaum im Hunsrück. Sollte es auch in den nächsten Wochen trocken bleiben, könnte es aber zu Verfärbungen kommen.

Nordmanntanne, Fichte, Kiefer und andere verhielten sich bei Trockenheit wie Herbstbäume. „Normalerweise sind die Bäume dunkelgrün. Bei Trockenheit können sie hellerstichig werden oder auch gelb“, erklärt die Weihnachtsbaum-Expertin. „Richtig schöne, hochwertige Bäume werden es ein wenig weniger sein“, sagte auch der Geschäftsführer des Waldbesitzerverbandes Rheinland-Pfalz, Wolfgang Schuh. Bei den Bäumen, die diese Weihnacht in die Wohnzimmer kämen, könne die Trockenheit in einigen Fällen auch zu weniger Nadeln führen.

Was genau der ausbleibende Regen für die Deko-Bäume in den Wohnzimmern bedeutet, sei aber noch unklar. „An so eine extreme Trockenheit können wir uns nicht erinnern“, sagte die Großhändlerin Zimmermann. „Wie sich das auf die Bäume auswirkt, das weiß man nicht.“ Dass sie schneller nadeln werden, könne man nicht ausschließen. Das Überleben der Weihnachtsbäume hänge aber auch stark von anderen Faktoren ab, wie beispielsweise der Lagerung und Bewässerung zuhause.



Getroffen habe der ausbleibende Regen vor allem die neu gepflanzten Bäumchen. Hier hat es nach Angaben des Wald-Experten Schuh „gravierende Ausfälle“ gegeben. Die jungen Bäume, die nicht überlebt hätten, werde man in Herbst und Frühling nachpflanzen. Ein Baum stehe acht bis zehn Jahre, bevor er geschlagen werde. Schuh ist sich sicher, dass das Defizit bis 2028 wieder ausgeglichen werde.

Auf die Preise in diesem Jahr sollte die Trockenheit nach seinen Einschätzung keine großen Auswirkungen haben. „Man muss ein stückweit abwarten, wie der Markt sich entwickelt“, sagte Schuh. Aufgrund des geringen Angebotes könnte es passieren, dass die Bäume im oberen Preissegment ein wenig teurer würden. Das sei allerdings noch ungewiss.

Glücklicherweise wünsche sich jeder einen anderen Weihnachtsbaum. „Manche mögen einen, weil er besonders schlank ist, andere, weil er ein wenig üppiger ist. Manche mögen auch den mit der krummen Spitze – weil er besonders ist. Wenn er ihnen gefällt, ist er der schönste.“ Eines sei aber sicher, sagte Schuh: „Es wird auch dieses Jahr Weihnachtsbäume geben.“

(dpa)