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Niederigwasser im Rhein
Niedrigwasser erzwingt neue Routen bei Flusskreuzfahrten

Kaub. Wegen des extremen Niedrigwassers des Rheins müssen viele Kreuzfahrtpassagiere auf geänderten Routen fahren oder auch mal in Busse umsteigen. „Unsere Rheinreisen bis runter nach Basel haben wir verlegt, wir sind bei Koblenz rechts auf die Mosel abgebogen und bis Trier gefahren“, sagte der Geschäftsführer des Anbieters Phoenix Reisen in Bonn, Benjamin Krumpen.

Bei der Mosel regeln etliche Staustufen den Wasserstand – im Gegensatz zum Rhein nördlich vom baden-württembergischen Iffezheim. Die Fahrrinne des Mittelrheins bei Kaub zum Beispiel ist gegenwärtig nur noch um die eineinhalb Meter tief. Der Deutsche Wetterdienst sagte auch für die kommenden Tagen wenig Regen voraus.

„Wir haben auch mal Busse eingesetzt und Passagiere von Köln nach Utrecht gebracht“, berichtete Krumpen. „In den Niederlanden fahren auch Schiffe von uns. Da gibt es Kanäle mit gut regulierten Wasserständen.“ Die Kunden seien über das historische Niedrigwasser informiert: „Sie nehmen das an, sie sagen: „Fünf Tage intensiv die Niederlande erleben ist auch gut“, berichtete der Touristiker. Die wirtschaftlichen Ausfälle für Phoenix Reisen könne er nicht beziffern. „Wir bieten auch Ermäßigungen auf anderen Schiffen an.“

Beim Stuttgarter Anbieter Nicko Cruises gibt es bei 70 bis 80 Prozent der von Flüssen mit Niedrigwasser betroffenen Reisen geringfügige Änderungen. „Wir fahren andere Häfen an und machen das geplante Ausflugsprogramm von dort aus“, erklärte Sprecherin Sandra Huck. Ein Trostpflaster für Veranstalter von Flusskreuzfahrten: Die eigentliche Saison endet nun ohnehin.