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Schiffe können weniger abladen
Niedrigwasser auf dem Rhein

Badefreunde genießen das Niedrigwasser des Rheins bei Oberwesel und die aus dem Fluss emporragenden Sandbänke, die schon fast an einen Strand an der Nordsee erinnern. Das Frachtschiff im Hintergrund hingegen kann nur noch mit reduzierter Ladung und weniger Tiefgang fahren.
Badefreunde genießen das Niedrigwasser des Rheins bei Oberwesel und die aus dem Fluss emporragenden Sandbänke, die schon fast an einen Strand an der Nordsee erinnern. Das Frachtschiff im Hintergrund hingegen kann nur noch mit reduzierter Ladung und weniger Tiefgang fahren. FOTO: dpa / Thomas Frey
Bingen/Koblenz. Weil es wenig oder gar nicht regnet, gehen die Wasserstände am Rhein zurück. Das hat Folgen für Frachter. Doch bedrohlich ist die Lage aus Expertensicht nicht, denn die Schiffe können weiter fahren.

Das niedrige Wasser auf dem Rhein hat Konsequenzen für die Frachtschifffahrt, ist aber bisher noch nicht außergewöhnlich. Die Schiffe könnten nicht mehr voll abladen, sagte gestern der Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Bingen, Bernhard Meßmer. Der Schiffsverkehr auf dem Rhein gehe aber weiter. Die Frachter können nach seinen Angaben auch bei weiterer Trockenheit in den kommenden Tagen weiterfahren – nur müssten sie dann die Ladung verteilt transportieren.

Der Wasserstand in Mainz lag gestern bei 2,04 Meter, das waren acht Zentimeter mehr als am Vortag und 30 Zentimeter weniger als am vergangenen Mittwoch. Auch bei einem Stand von 1,68 Meter sei noch Frachtverkehr möglich, sagte Meßmer. Bei dieser Höhe liegt in Mainz der sogenannte gleichwertige Wasserstand. Das ist ein Stand bei Niedrigwasser, der im langjährigen Mittel an 20 eisfreien Tagen im Jahr erreicht oder unterschritten wird.

Die Spedition Frankenbach in Mainz berichtete am gestrigen Dienstag, die Schiffe seien deutlich weniger ausgelastet. Sie hat nach eigenen Angaben im Rhein-Main-Gebiet das größte Containerterminal.



In Koblenz lag der Wasserstand am gestrigen Dienstag bei 1,04 Meter, das war ein Plus von zwei Zentimetern zum Vortag und ein Minus von 31 Zentimetern im Vergleich zum vergangenen Mittwoch. Der gleichwertige Wasserstand liegt am Pegel Koblenz bei 78 Zentimetern. Der Hafen in Koblenz hat derzeit allerdings nicht weniger Frachtaufkommen: „Die Schiffe kommen zwar mit weniger Ladung“, sagte Hafenbetriebsleiter Ulrich Gramsch. Es kämen dafür aber mehr Schiffe, die dies wieder ausglichen.

Der Wasserstand hat auch Folgen für Sportboote. Der Automobil- und Wassersportclub Oppenheim-Nierstein beauftragte einem Bericht des SWR zufolge eine Firma, die die Entfernung der Stege jeden Tag anpasst, damit die Boote nicht aufsetzen.

Die sinkenden Wasserstände wegen fehlender Niederschläge sind nach Einschätzung des Bundesverbands der Deutschen Binnenschifffahrt(BVB) nicht ungewöhnlich und kommen nahezu jedes Jahr vor. Von Niedrigwasser sind laut BVB derzeit vor allem Donau, Elbe, Oder sowie Mittel- und Oberrhein betroffen. Auf staugeregelten Flüssen wie Mosel und Main seien die Auswirkungen zurzeit noch geringer.