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Dealer-Trio vor dem Landgericht Zweibrücken
Drogendealer will mit lukrativem Arbeitsplatz geködert worden sein

 Auch mit Amphetamin (Symbolbild einer Probe) soll das Trio laut Anklage gedealt haben.
Auch mit Amphetamin (Symbolbild einer Probe) soll das Trio laut Anklage gedealt haben. FOTO: dpa / Fredrik von Erichsen
Zweibrücken. Von Rainer Ulm

Im Prozess gegen ein mutmaßliches Drogendealer-Trio vorm Landgericht Zweibrücken hat am Mittwoch ein Beamter der Kriminaldirektion Kaiserslautern bestätigt, dass eine Vertrauensperson (VP) den Drogendeal mit zehn Kilogramm Amphetamin angekurbelt hatte. Vertrauenspersonen sind Personen, die, ohne selbst einer Strafverfolgungsbehörde wie der Polizei anzugehören, bereit sind, diese bei der Aufklärung von Straftaten über einen längeren Zeitraum und im Geheimen zu unterstützen.

Demnach soll die Vertrauensperson den Kontakt zu dem auch wegen Drogendelikten vorbestraften 25-jährigen Syrer, der 2016 in einer Asylunterkunft in Zweibrücken und bis zu seiner Festnahme in Kaiserslautern wohnte, aufgenommen haben. Gemeinsam mit ihm sei die VP nach Angaben des 53-jährigen Kriminalbeamten zwei Mal nach Zweibrücken zu einem nicht näher benannten Drogenhändler gefahren, um dort mit einem Probekauf einen Deal von 20 Kilogramm Haschisch für 28 000 Euro anzubahnen. Dazu sei es aber letztendlich nicht gekommen. Vielmehr soll die Vertrauensperson dem seinerzeit arbeitslosen 25-Jährigen nach dem Zweibrücken-Trip versprochen haben, ihm eine Stelle als Geschäftsführer in einem neu zu gründenden Restaurant in Mannheim zu verschaffen. Sozusagen als Gegenleistung sollte er den Kontakt zu einem Drogenhändler herstellen, der ihm zehn Kilogramm Amphetamin liefern könne. Der 25-Jährige soll sich darauf eingelassen haben.

In diesem Zusammenhang soll er später während der Untersuchungshaft gegenüber dem Gerichtsgutachter geäußert haben, die Vertrauensperson habe ihm mit dem Angebot einer lukrativen Arbeitsstelle „den Kopf verdreht“. So habe der 25-Jährige, der sich selbst nur als Vermittler und Dolmetscher in dem Drogengeschäft sieht, zunächst einen 21-jährigen Syrer in Homburg daraufhin angesprochen. Der wiederum soll einen 23-jährigen Tunesier kontaktiert haben, der schließlich die synthetische Droge aus Koblenz kommend nach Homburg und dann gemeinsam mit dem 21-Jährigen nach Ramstein schaffte.



Bei der mit der Vertrauensperson verabredeten Amphetamin-Übergabe auf einem Parkplatz eines Schnellrestaurants an der Autobahn A 6 bei Ramstein wurde das Trio festgenommen.

Den drei 21, 23 und 25 Jahre alten Angeklagten legt die Staatsanwaltschaft zur Last, von September 2018 bis zu ihrer Festnahme in Ramstein-Miesenbach am 15. April in wechselnder Besetzung in Zweibrücken und anderswo mit Haschisch, Ecstasy und Amphetamin gehandelt zu haben (wir berichteten).

Der neunte Verhandlungstag folgt am Donnerstag, 31. Oktober, 15 Uhr, mit den Plädoyers der Staatsanwaltschaft und der drei Verteidiger.