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Mordprozess Susanna
Gutachterin: Ali B. könnte weitere Taten begehen

Wiesbaden. Vom Angeklagten im Mordprozess Susanna sind nach Einschätzung einer Gutachterin weitere schwere Sexualstraftaten zu erwarten. „Opfer könnte jedes Mädchen werden“, sagte die Psychiaterin gestern vor dem Landgericht Wiesbaden.

Auch Raub und Körperverletzung seien denkbar. Ali B. kann ihrer Einschätzung nach sein Verhalten steuern und ist einsichtsfähig. Er könnte demnach von der Kammer als schuldfähig angesehen werden.

Der irakische Flüchtling steht vor Gericht, weil er die 14-jährige Susanna im Mai 2018 vergewaltigt und ermordet haben soll. Der 22-Jährige hat gestanden, die Mainzer Schülerin erwürgt zu haben. Die Vergewaltigung bestreitet Ali B.. Die Plädoyers werden für den 2. Juli erwartet. Das Urteil soll am 10. Juli gesprochen werden.

Besonders gefährlich ist laut Gutachterin, dass Ali B. hochgradig manipulativ vorgehe und ohne Empathie nur seine Bedürfnisse erfüllen wolle. Ob eine Therapie und die Haft sich positiv auf den Mann auswirken könnten, sei nicht sicher. Allerdings sei der Angeklagte noch jung genug, um auf ihn einwirken zu können.



In ihrem Gutachten hatte die Psychiaterin dem 22-Jährigen eine dissoziale Persönlichkeitsstörung mit psychopathischen Zügen attestiert. Das Gutachten soll für das Gericht eine Entscheidungshilfe sein, ob beispielsweise eine Sicherungsverwahrung notwendig ist.