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Vergewaltigung, versuchter Mord, gefährliche Körperverletzung und Nötigung
Mörder soll Ehefrau in Besuchsraum des Gefängnisses vergewaltigt haben

Der Besuchsraum der Justizvollzugsanstalt Diez wurde im November 2017 offenbar zum Tatort einer Vergewaltigung.
Der Besuchsraum der Justizvollzugsanstalt Diez wurde im November 2017 offenbar zum Tatort einer Vergewaltigung. FOTO: dpa / Thomas Frey
Koblenz. Zum Auftakt des Prozesses hat der Angeklagte emotionslos von der Tat berichtet. Sein mutmaßliches Opfer brach zusammen und wurde ins Krankenhaus gebracht.

Ein verurteilter Mörder soll seine Ehefrau im Besuchsraum eines Gefängnisses vergewaltigt und schwer verletzt haben: Seit Dienstag steht der Häftling deshalb vor dem Landgericht Koblenz. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 36-Jährigen Vergewaltigung, versuchten Mord, gefährliche Körperverletzung sowie Nötigung vor – die beiden kleinen Kinder der Frau sollen bei der Tat dabei gewesen sein.

Der Angeklagte soll die Frau im vergangenen November in der Spielecke des Besuchsraum des Gefängnisses Diez (Rhein-Lahn-Kreis) gewürgt, geschlagen und ihr mit einer Scherbe Stichverletzungen an Schläfe, Hals, Oberarm, Rücken, Nacken und Brust zugefügt haben, die später im Krankenhaus genäht werden mussten. Auf einen der Frau zu Hilfe kommenden Mithäftling habe er ebenfalls eingestochen.

Der schmächtige Angeklagte berichtete zum Prozessauftakt ruhig und emotionslos von dem Geschehen. Er gab den Angriff und die Vergewaltigung zu, bestritt aber die ihm unterstellte Tötungsabsicht. Die Kinder seiner Noch-Ehefrau hätten vom Geschlechtsverkehr nichts mitbekommen. Er habe seine Frau im Gesicht verletzen, aber nicht umbringen wollen. Es sei bei früheren Besuchen zu einvernehmlichem Geschlechtsverkehr gekommen.



Dass seine drogenabhängige Frau im November 2017 einen neuen Freund gehabt habe und sich von ihm habe trennen wollen, sei nicht der Grund für seine Tat gewesen, sagte der 36-Jährige, der seit 2008 wegen Mordes an einer früheren Lebensgefährtin hinter Gittern sitzt. Es sei vielmehr darum gegangen, dass er in dem Gefängnis ein illegales Mobiltelefon besessen habe, das seine Frau für ihn eingeschmuggelt habe. Damit habe sie ihn mehrfach zu erpressen versucht.

Für ihn habe der Aufenthalt im Freibereich des Gefängnisses, auf den er zehn Jahre hingearbeitet habe, auf dem Spiel gestanden, berichtete er weiter. Auf die Frage des Vorsitzenden Richters, wie er denn die Porzellanscherbe, einen Holzkeil zum Sperren der Tür und den Kopf eines Einwegrasierers, mit dem er die Strumpfhose der Frau zerschnitten haben soll, in den Besuchsraum gebracht habe, sagte der Angeklagte mit deutscher Nationalität, er habe Scherbe und Keil in seinen Socken versteckt und den Rasiererkopf in der Hosentasche gehabt. Obwohl er sich unmittelbar vor Betreten des Besucherraums habe umziehen müssen, seien die Kontrollen „routinemäßig“ gewesen und nicht so streng, so dass es ihm möglich war, die Gegenstände in die Wechselkleidung zu bringen.

Der Prozess musste wegen Unwohlseins der Noch-Ehefrau des Angeklagten, die in dem Verfahren als Zeugin aussagen soll, unterbrochen werden. Sie musste ins Krankenhaus gebracht werden. Der Prozess wird am 29. Mai fortgesetzt.

(dpa)