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Katholische Kirche
Gewaltopfer fordert vergebens Schadensersatz

Gerolstein/Trier. Immer mehr Fälle von Misshandlungen im ehemaligem bischöflichen Internat in Gerolstein kommen ans Licht.

Die Zahl der Betroffenen, die sich nach der Aufdeckung des Missbrauchsskandals im einstigen bischöflichen Internat Albertinum in Gerolstein zu Wort melden und von eigenen  Misshandlungen durch Aufseher der Einrichtung berichten, wächst immer weiter. Schon vor acht Jahren hatte sich ein ehemaliger Schüler in einem Brief an das Bistum gewandt und von sadistisch anmutenden Prügelstrafen in seiner Zeit in der Einrichtung berichtet.

Nach einer schriftlichen Entschuldigung herrschte  seitens des Bistums  in der Folge wieder Schweigen zu  den Vorfällen.  Erst nach der Aufdeckung der Taten, die über Jahre hinweg unter der Aufsicht aller drei Direktoren der Einrichtung begangen wurden, räumt das Bistum die Vorgänge im vergangenen Jahr auch öffentlich ein. Nach der Berichterstattung im vergangenen Jahr hat sich eine Reihe von Opfern unter anderem beim Trierer Bischof Stephan Ackermann, dem Missbrauchsbeauftragten der deutschen Bischofskonferenz, gemeldet.  Sie schildern teils drastische Fälle von Missbrauch und körperlicher Misshandlung.

Unter ihnen ist auch ein Ex-Schüler, der schon vor acht Jahren ans Bistum schrieb. In einem zweiten Brief schildert er erneut wie er acht Jahre lang unter kirchlicher Obhut „Gewalt, Demütigung und Willkür“ erleiden musste. Da dies nachhaltige  Schäden hinterlassen habe, fordert er nun 80 000 Euro Schadensersatz. Nach mehreren Monaten wurde er in einem Brief darauf verwiesen, dass die Vorfälle aufgearbeitet würden. Geld wird er voraussichtlich zunächst aber nicht erhalten. Als Begründung heißt es vom Bistum, dass hier die Leitlinien mit den Vorgaben zu Leistungen als Anerkennung erlittenen Leids nicht griffen, da es sich um physischen und nicht um sexuelle Gewalt handele.