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Bistum Speyer
Bistum arbeitet Missbrauchsfälle auf

Speyer/zWEIBRÜCKEN. Zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs im Bistum Speyer haben sich Kirchenvertreter zu einem Gespräch mit der Generalstaatsanwaltschaft Zweibrücken getroffen. Dabei sei die Anklagebehörde über jene Verdachtsfälle informiert worden, die dem Bistum bekannt sind, sagte Generalvikar Andreas Sturm am Freitag.

„Die Aufarbeitung hat für uns einen zentralen Stellenwert. Wir sind bereit, der Staatsanwaltschaft alle unsere Unterlagen offenzulegen.“ Das Treffen fand demzufolge am letzten Donnerstag statt.

Das Bistum hatte zudem ein Treffen mit der Generalstaatsanwaltschaft Saarbrücken angekündigt, um den Umgang mit verjährten Verdachtsfällen zu klären. Ende September war eine wissenschaftliche Studie im Auftrag der deutschen Bischöfe zum Missbrauch in der Kirche vorgestellt worden. Das Bistum Speyer hat nach eigenen Angaben 89 Priester in seinen Akten erfasst, die des sexuellen Missbrauchs beschuldigt werden. Seit Inkrafttreten der Bischöflichen Leitlinien 2010 zeigt das Bistum jeden Hinweis auf sexuellen Missbrauch an.

Als Konsequenz aus der Missbrauchsstudie hatte das Bistum Speyer seine Präventionsarbeit ausgebaut. Zudem wurde eine Arbeitsgruppe zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs eingesetzt, der auch unabhängige Experten von außerhalb der Kirche angehören.