| 22:08 Uhr

Zwei Mainzer auf dem Mars

 Der Rover "Spirit" bringt uns den Mars ein bisschen näher. Foto: dpa
Der Rover "Spirit" bringt uns den Mars ein bisschen näher. Foto: dpa
Mainz. Schon seit fünf Jahren erkunden zwei Mainzer Untersuchungsgeräte den Mars. Heute will die Johannes Gutenberg-Universität das Jubiläum feiern. Im Januar 2004 waren die beiden Rover "Spirit" und "Opportunity" mit den Mainzer Spezialgeräten auf dem Roten Planeten gelandet

Mainz. Schon seit fünf Jahren erkunden zwei Mainzer Untersuchungsgeräte den Mars. Heute will die Johannes Gutenberg-Universität das Jubiläum feiern. Im Januar 2004 waren die beiden Rover "Spirit" und "Opportunity" mit den Mainzer Spezialgeräten auf dem Roten Planeten gelandet. Zunächst hätten die Wissenschaftler vermutet, "dass die beiden Erkundungsfahrzeuge nur einige Monate auf dem Mars überleben würden", teilte die Mainzer Universität am gestrigen Montag mit. "Wir sind alle immer noch überrascht, dass 'Spirit' und 'Opportunity' weiterhin Daten vom Mars auf die Erde senden, die uns noch mehr Informationen und Eindrücke von dem Planeten liefern", sagte der Physiker Göstar Klingelhöfer laut Mitteilung. Der Chemiker Johannes Brückner ergänzte: "Die beiden Instrumente aus Mainz haben einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg der beiden Rover-Missionen geliefert: Zum ersten Mal sind chemische und mineralogische Daten von Proben auf dem Mars gewonnen worden." Am Institut für Anorganische Chemie und Analytische Chemie der Mainzer Universität war das miniaturisierte Mössbauer-Spektrometer "Nimos II" entwickelt worden, das nun seit fünf Jahren auf dem Mars unterwegs ist. Ebenfalls aktiv ist dort weiterhin das Alpha-Röntgen-Spektrometer des Mainzer Max-Planck-Instituts für Chemie. Bei der heutigen Feier wollen mehrere beteiligte Wissenschaftler über ihre Arbeiten und Erfahrungen berichten. dpa



HintergrundDer Mars wird auch Roter Planet genannt. Die Gesteine sind eisenhaltig, ein Großteil seiner Oberfläche ist mit rotem Staub bedeckt. Der Mars ist halb so groß wie die Erde und nähert sich ihr bis auf 56 Millionen Kilometer. Da der Marsäquator ähnlich geneigt ist wie der irdische, gibt es auch auf dem Nachbarplaneten Jahreszeiten. Der Mars hat ebenfalls Polkappen. Die Temperaturen schwanken etwa zwischen minus 125 und plus 35 Grad Celsius. Es toben gewaltige Stürme mit Geschwindigkeiten von bis zu 400 Kilometern pro Stunde auf dem Planeten. Bereits Dutzende von Raumsonden sind in den vergangenen Jahrzehnten zum Mars geschickt worden. Viele endeten aber als Fehlschläge. Mehrere erfolgreiche Missionen konnten Wasser nachweisen. dpa