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Wo Handschriften der Klassiker bewahrt sind

Das Goethe- und Schiller-Archiv, hier eine Innenansicht, wurde zwei Jahre umfassend saniert und erweitert. Foto: Martin Schutt/dpa
Das Goethe- und Schiller-Archiv, hier eine Innenansicht, wurde zwei Jahre umfassend saniert und erweitert. Foto: Martin Schutt/dpa
Weimar. Das fast 120 Jahre alte Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar präsentiert sich nach seiner Sanierung auf der Höhe der Zeit. Gestern war nach eineinhalbjähriger Restaurierung und Erweiterung Schlüsselübergabe an die Hausherren

Weimar. Das fast 120 Jahre alte Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar präsentiert sich nach seiner Sanierung auf der Höhe der Zeit. Gestern war nach eineinhalbjähriger Restaurierung und Erweiterung Schlüsselübergabe an die Hausherren. Das ältestes Literaturarchiv Deutschlands, das die Handschriften der beiden Klassiker sowie mehr als 130 Künstlernachlässe verwahrt, ist für 9,2 Millionen Euro saniert worden. Es ist Teil des Masterplans "Kosmos Weimar" der Klassik Stiftung Weimar, das durch Bund und Land Thüringen gefördert wird. In das Archiv floss auch Geld des Europäischen Fonds Regionale Entwicklung.Das Archiv soll am 5. Juli feierlich wiedereröffnet werden. Unter anderem ist ein neues Tiefenmagazin gebaut worden, das den klimatischen Anforderungen an ein modernes Archiv gerecht wird. Die Nutzfläche wurde um 600 Quadratmeter erweitert. Das Goethe- und Schiller-Archiv war im Jahre 1896 eröffnet worden.

Nun entstanden ein neuer Eingangsbereich, Lesesäle, ein Konferenz- und Vortragsraum sowie Werkstätten. Die Fassade des repräsentativen Hauses wurde gereinigt, das Mauerwerk saniert. In den kommenden Wochen werden die wertvollen Handschiften und Archivalien aus dem Thüringischen Staatsarchiv zurück an ihren angestammten Platz gebracht. Das Goethe- und Schiller-Archiv ist Forschungsstätte für Wissenschaftler aus aller Welt.

Es war Ende des 19. Jahrhunderts als Schauarchiv für die Weimarer Klassiker eingerichtet worden und entsprach deshalb heute nicht mehr den konservatorischen Anforderungen an so sensible Handschriften. Seine Gründung verdankt es der testamentarischen Schenkung des Goethe-Nachlasses des letzten Goethe-Enkels Walter an die Weimarer Großherzogin Sophie im Jahr 1885. dpa