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Wiesbacher Kirche muss saniert werden

Von außen erahnt man es weniger, doch im Innern der Wiesbacher Kirche ist eine umfangreiche Sanierung fällig. Foto: Norbert Schwarz
Von außen erahnt man es weniger, doch im Innern der Wiesbacher Kirche ist eine umfangreiche Sanierung fällig. Foto: Norbert Schwarz
Wiesbach. Aus den Fugen geraten ist das Dach der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche der protestantischen Christen. Verschiebungen an den Dachflächen von 40 Zentimetern sind auszumachen, Wellenbildungen innerhalb der Flächen lassen auf Schäden am Gebälk schließen. Auch der First des Kirchendachs ist krumm

Wiesbach. Aus den Fugen geraten ist das Dach der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche der protestantischen Christen. Verschiebungen an den Dachflächen von 40 Zentimetern sind auszumachen, Wellenbildungen innerhalb der Flächen lassen auf Schäden am Gebälk schließen. Auch der First des Kirchendachs ist krumm. Das Hereinregnen in die Sakristei war für Pfarrer Stefan Mendling die letzte Hiobsbotschaft, inzwischen sorgen blaue Planen dafür, dass das Wasser keinen weiteren Schaden anrichten kann.Stefan Mendling, der seit 2008 die rund 830 Gemeindeglieder große Pfarrstelle übernommen hat, zu der auch die Orte Käshofen, Krähenberg und Rosenkopf zählen, ist längst mehr als ein Verkünder des Gotteswortes. Die sich abzeichnende Großsanierung der Dorfkirche hat ihn fast zu einem Bausachverständigen gemacht. In den vergangenen Monaten ist der Pfarrer ein steter Begleiter von Bausachverständigen und dem verantwortlichen Architekten Gunther Urban Ecker aus dem benachbarten Homburg geworden. Zimmermann, Dachdecker und andere Sachverständige gaben sich die Kirchentürklinke in die Hand. Bohrlochwiderstandsmessungen, das sind geophysikalische Messungen, am Dachgebälk des Gotteshauses lassen jetzt die Erkenntnis zu, dass das gesamte Gebälk der Kirche wohl runter muss.

Viel Geld wird die Sanierung des Gotteshauses kosten. Pfarrer Mendling: "Ich gehe von rund 500 000 Euro aus und schätze eine Kostensteigerung eher nach oben, als nach unten." Ein Unsicherheitsfaktor ist die innere Holzdecke im Kirchenschiff. Dahinter verbirgt sich die alte, hölzerne Kassettendecke, die ursprünglich das Kircheninnere zierte. Zwischen alter und neu eingezogener Holzdecke befindet sich Dämmmaterial und das müsse raus. Nicht wieder verwendbar ist die zuletzt eingebaute Holzdecke und erst nach einer Beschaffenheitsprobe der alten Decke und einer Kostenermittlung für ihre Sanierung wird sich entscheiden, wie weiter verfahren wird, klärt Stefan Mendling auf.

Sobald die Kostenschätzung vorliegt, wird das Presbyterium unterrichtet, gibt der Pfarrer den weiteren Verfahrensweg bekannt. Danach werden Pfarrer und Presbyterium beim Bezirkskirchenrat in Homburg zum Bittsteller. Der nämlich soll die Renovierungsmittel in beträchtlicher Höhe zur Verfügung stellen. Würde dort alles glatt laufen, könnte noch zur Jahresmitte mit den eigentlichen Arbeiten begonnen werden, so der weitere Zeitplan.



Für die Zeit der Kirchenbaustelle können die Gläubigen die katholische Pfarrkirche mitbenutzen, notfalls ins katholische Pfarrheim ausweichen und wenn alle Stricke reißen, bliebe auch noch das Pfarrhaus als Ersatzort übrig, gibt sich in dieser Hinsicht Pfarrer Stefan Mendling ganz gelassen. cos