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Wer richtig trennt, spart Müllgebühren

Zweibrücken/Pirmasens. In den grauen Tonnen im Landkreis landet bisher zu viel Abfall, der nicht hineingehört. Das sorgt für unnötig hohe Verbrennungskosten. Mit einem neuen Gebührenmodell will der Kreis jetzt Anreize schaffen, Müll richtig zu trennen. Von Merkur-MitarbeiterGuido Glöckner

"Wer seinen Abfall sauber trennt, für den wird es auch günstiger": Mit diesen Worten bringt Landrat Hans Jörg Duppré den Charakter des neuen Abfallkonzepts für den Landkreis ab 1. Januar 2015 auf den Punkt. Denn mit der Einführung der Biotonne ändern sich auch die Müllgebühren im Landkreis. Beschließt der Kreistag am Montag das neue Abfallkonzept, gilt ab 2015 das Motto: "Je weniger Restmüll, desto billiger ist die Müllabfuhr."

Das neue Abfallkonzept setzt ganz klar auf Restmüllvermeidung, betont Michael Zwick, Leiter der Umweltabteilung der Kreisverwaltung. Nachdem eine Restmüllanalyse in diesem Jahr bewiesen hat, dass mehr als die Hälfte des Restmülls eigentlich in die Biotonne gehört, soll nach ihrer Einführung 2015 eine möglichst große Abfallmenge aus der grauen in die braune Tonne wandern. Dafür gibt es im neuen Abfallkonzept auch einen finanziellen Anreiz: Die graue Tonne wird zwar alle vier Wochen geleert, aber nur vier Restmüllleerungen im Jahr sind in der Grundgebühr enthalten -- jede weitere Restmüllleerung wird extra berechnet. Möglich wird das durch einen Chip, der sich in den neuen Mülltonnen befindet. Er registriert jede Restmüllleerung, so dass im darauffolgenden Jahr eine Nachzahlung fällig wird, wenn mehr als vier Leerungen erfolgt sind. Bedenken, dass die neue Gebührenregelung für den Restmüll zu illegalen Müllablagerungen in der Landschaft oder zu absichtlichen Fehlbefüllungen der Biotonne führen, weisen Duppré und Zwick zurück. Natürlich lasse sich ein Missbrauch nicht verhindern, aber sie erwarten keine nennenswerte Steigerung der illegalen Müllentsorgung.

Ihren Optimismus schöpfen sie aus dem ausreichend großen Behältervolumen für die Restmüllentsorgung. Wenn organischer Abfall konsequent aus dem Restmüll herausgenommen werde, so Zwick, dann reiche eine vierteljährliche Leerung der grauen Tonne in vielen Haushalten: "Die Restmüllmenge wird gewaltig zurückgehen." Kein Problem sehen die Müllexperten - ein Fachbüro ist beteiligt - in der Entsorgung von Windeln, auch sie könnten in Plastikbeuteln länger in der Restmülltonne bleiben Inzwischen ist das neue Gebührenmodell berechnet, das auch vom Umweltausschuss des Landkreises nahezu einstimmig empfohlen wird. In die Grundgebühr eingeschlossen sind die zweiwöchige Leerung der Biotonne, die vierwöchige Entsorgung der blauen Tonne und vier Leerungen der Restmülltonne im Jahr. Alle zusätzlichen Restmüllleerungen müssen extra bezahlt werden, maximal 13 Restmüllabfuhren pro Jahr sind möglich. Die Zusatzleerungen werden je nach Tonnengröße berechnet, wobei es ab 2015 nur noch die drei Größen 60, 120 und 240 Liter gibt. Für Ein-Personen-Haushalte sind 60 Liter vorgesehen, 120 Tonnen für Zwei- und Drei-Personen-Haushalte, 60 plus 120 Liter für Vier-Personen-Haushalte und 240 Liter ab fünf Personen im Haushalt. Wer nur die vier Restmüllleerungen pro Jahr in Anspruch nimmt, zahlt - mit Ausnahme der Single-Haushalte - weniger als beim bisherigen Gebührenmodell, und selbst sechs Leerungen sind noch günstiger. Erst wer achtmal oder öfter die Restmülltonne entsorgen lässt, zahlt mehr als heute.

Es hat seinen Grund, dass der Landkreis auf Restmüllvermeidung setzt, denn die Müllverbrennung ist deutlich teuerer als die Verwertung von Bioabfall. 18 000 Tonnen Restmüll fallen jährlich im Landkreis an, etwa 3000 Tonnen sollen künftig in der Biotonne landen, was eine Ersparnis von rund 600 000 Euro ausmacht. Mit diesem Geld wird auch die Einführung der Biotonne, die gesetzlich vorgeschrieben ist, teilweise finanziert.