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"Wer nicht wählt, darf sich auch nicht beschweren"

Zweibrücken. Welcher Partei gebe ich meine Stimme? Einer großen oder kleinen? Soll ich überhaupt wählen gehen? Bringt das was? Viele dieser Fragen gehen nicht nur Erwachsenen durch den Kopf, wenn sie an die Bundestagswahl an diesem Sonntag denken, sondern auch unter den Jugendlichen ist die Wahl ein wichtiges Thema

Zweibrücken. Welcher Partei gebe ich meine Stimme? Einer großen oder kleinen? Soll ich überhaupt wählen gehen? Bringt das was? Viele dieser Fragen gehen nicht nur Erwachsenen durch den Kopf, wenn sie an die Bundestagswahl an diesem Sonntag denken, sondern auch unter den Jugendlichen ist die Wahl ein wichtiges Thema. Doch selten hat ein Umfragethema der Jugendredaktion die Jugendlichen so gespaltet wie die Politik. Ihre Meinungen zum Thema Wahl gehen weit auseinander. So zum Beispiel bei den Schülern Evelyn Fonenko (15) und Moritz Germann (16). Obwohl beide noch nicht wahlberechtigt sind, haben sie unterschiedliche Auffassungen. "Ich gehe später nicht wählen, die machen ja sowieso, was sie wollen, und es ist nur Zeitverschwendung", erklärt Fonenko und teilt damit die Auffassung vieler Befragter.Ganz anders Moritz Germann: "Auf jeden Fall gebe ich meine Stimme ab, ich möchte mein Recht zur Steuerung unseres Landes nutzen." Auch der Zweibrücker Julian Kattler (Fotos: mw) bezieht klar Stellung: "Ich habe mich über die Medien informiert und gehe mit Sicherheit am Sonntag wählen. Wer nicht geht, darf sich auch nicht beschweren, wenn am Montag der oder die Falsche an der Spitze ist", sagt der 19-Jährige. Zum Thema Wahlplakate und Wahlwerbespots sind sich die Jugendlichen aus der Rosenstadt ebenso uneinig. "Ich finde die Plakate gut, so kann man sich die Gesichter besser einprägen, außerdem besitzen wir zu Hause keinen Fernseher, und somit bin ich auf die Wahlprogramme und die Printmedien angewiesen", berichtet Erstwähler Marcel Funk. Seine Meinung unterstützt auch die 18-jährige Jennifer Auer: "Die Wahlen werden in der Schule zu wenig behandelt. Doch die Plakate sind super, die helfen mit ihren Slogans bei der Entscheidung. Das Fernsehduell habe ich auch verfolgt. Jetzt fiebere ich am Sonntagabend dem Ergebnis entgegen." Ihre Freundin Nadine Baston, eine 19-jährige Studentin, ist zwar auch der Ansicht, dass jeder, der sich vor dem Wahlgang drückt, nicht zu einer Veränderung im Lande beitrage, versteht die Nichtwähler aber auch in einem gewissen Punkt: "Die Politiker sollten weniger Geld in Plakate und Werbespots investieren, dafür öfter direkt in die Schulen kommen und dort ihr Wahlprogramm vorstellen. Dann würden auch mehr Jugendliche wählen gehen." mw