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Weniger Restmüll, weniger Gebühren

Zweibrücken/Pirmasens. Restmüll und damit teure Verbrennungsgebühren vermeiden – das ist einer der Eckpunkte des neuen Abfallgebührenkonzepts der Kreisverwaltung. Doch für die meisten Bürger dürfte es unterm Strich teurer werden. Guido Glöckner

Die neuen Müllgebühren ab 1. Januar 2015 stehen fest, nachdem die Entsorgungsaufträge vergeben sind. Für sie gilt der Grundsatz: Nur wer künftig Restmüll vermeidet, kommt günstig weg.

Am 21. Juli hat der Kreistag die Aufträge für die neue Müllentsorgung im Landkreis vergeben, im September hat die Kreisverwaltung den geplanten Preis für die Müllverbrennung erhalten, sodass im Kreistag die endgültige Kostenkalkulation für die neue Müllabfuhr präsentiert wurde. Endgültig entschieden wird über das neue Gebührenkonzept am 15. Dezember, wenn auch der Kreishaushalt verabschiedet wird.

90 Prozent der Haushalte im Landkreis kompostieren selbst - und kaum einer dieser Haushalte wird an einer Gebührenerhöhung vorbeikommen. Nur Haushalte mit drei oder mehr Personen können Müllgebühren sparen, wenn sie nur die vier Restmüllleerungen in Anspruch nehmen, die in der Grundgebühr inklusive sind. Ab der fünften oder sechsten Leerung der Restmülltonne ist aber auch für sie die Grenze erreicht, ab der die Müllentsorgung teurer wird. Allerdings steht Landrat Hans Jörg Duppré zu dem neuen Abfallkonzept, das auf eine möglichst hohe Restmüllvermeidung und einen hohen Anteil an Biomüll setzt. Nachdem die Biotonne bundesweit eingeführt werden musste, ist es für die Kreisverwaltung ein Bestreben, möglichst geringe Restmüllmengen für die teure Müllverbrennung zu erzielen und dafür mehr Bioabfälle, die günstiger zu entsorgen sind.

Besser weg kommen da die Haushalte, die nicht selbst kompostieren, sie müssen in den meisten Fällen weniger zahlen als bislang. Grund dafür ist das bisherige Ungleichgewicht bei der Gebührenerhebung, das sich nicht mehr halten lässt nach der im vergangenen Jahr durchgeführten Müllanalyse, denn der Biomüllanteil unterscheidet sich nicht so gravierend wie zuvor angenommen.

Aber nicht nur die Preisgestaltung wird revolutioniert ab 1. Januar 2015, auch die Abfuhrrhythmen und die Mülltonnen ändern sich. Aus diesem Grund startet die Kreisverwaltung ab Oktober eine Informations- und Aufklärungsinitiative, kündigt Michael Zwick, Leiter der Umweltabteilung, an. In jeder Verbandsgemeinde wird es im Oktober und November einen Informationsabend für Bürger geben, die Fragen zur neuen Müllabfuhr im Landkreis haben, auch im Internet wird über die Änderungen aufgeklärt. Und jeder Haushalt bekommt eine Info-Broschüre - und zwar mit der Auslieferung der neuen Abfallbehälter.

Die neuen Mülltonnen werden ab nächster Woche ausgeliefert, begonnen wird in den Verbandsgemeinden Rodalben und Hauenstein. Die Haushalte werden vor dem Austausch der Müllgefäße angeschrieben. Die neuen Mülltonnen werden bis zum 31. Dezember dieses Jahres wie bislang geleert, erst ab 1. Januar greift das neue Müllkonzept. Dann werden auch die Chips aktiviert, die in jeder Mülltonne integriert sind. Mit ihnen wird jede Leerung erfasst und abgerechnet. Ist ein Chip nicht aktiviert, bleibt die Mülltonne stehen. Auch Missbrauch wird mit dem Chip-System vorgebeugt, kündigt Zwick an. Und der Landrat ergänzt: "Mogelpackungen gibt es dann nicht mehr."

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HintergrundDer Landkreis Südwestpfalz setzt ab 1. Januar auf ein neues Abfallkonzept, das von der Einführung der Biotonne, der Vermeidung von Restmüll und einem neuen System für die Sperrmüllabfuhr geprägt ist. Die Eckdaten der neuen Müllabfuhr im Überblick:Restmüll: Einmal im Monat wird die graue Restmülltonne geleert, allerdings sind nur vier Leerungen im Jahr inklusive in den Müllgebühren, jede weitere Abfuhr kostet extra. Bis zu 13 Leerungen pro Jahr sind möglich. Die graue Tonne gibt es mit einem Volumen von 60, 120 und 240 Litern.Biomüll: Die braune Tonne, die es mit einem Volumen von 60, 80 und 120 Litern gibt, wird in einem zweiwöchigen Rhythmus geleert. Standardgröße wird die 80-Liter-Biotonne sein, wer selbst kompostiert, bekommt einen 60-Liter-Behälter.Altpapier: Die blaue Tonne für Altpapier wird einmal im Monat geleert. Standardgröße ist die 240-Liter-Tonne, nur auf Antrag gibt es eine 120-Liter-Tonne.Wertstoffe: Der gelbe Sack wird wie bisher jede zweite Woche abgeholt.Sperrmüll: Ab 2015 wird der Sperrmüll nur auf Abruf abgeholt. Einmal im Jahr ist die Sperrmüllabfuhr kostenlos, jede weitere Abfuhr kostet 15 bis 16 Euro. Pro Verbandsgemeinde gibt es einmal im Monat einen Abfuhrtermin, der dem Anrufer mitgeteilt wird. Sperrmüll kann künftig kostenlos in den Wertstoffhöfen in Contwig, Heltersberg und Dahn-Reichenbach abgegeben werden.Grünschnitt: Es gibt ab 2015 keine Grünschnittsammlung mehr. Grünabfälle können kostenlos in allen Wertstoffhöfen im Landkreis abgegeben werden. glö