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Weitere Bomben im Rhein entdeckt

 Taucher von Kampfmittelräumdienst und Feuerwehr suchten gestern den Bereich um die Luftmine am Koblenzer Rheinufer ab. Sie entdeckten eine weitere Sprengbombe und ein Tarnnebelfass. Foto: Frey
Taucher von Kampfmittelräumdienst und Feuerwehr suchten gestern den Bereich um die Luftmine am Koblenzer Rheinufer ab. Sie entdeckten eine weitere Sprengbombe und ein Tarnnebelfass. Foto: Frey
Koblenz/Neuwied. Die Serie der Bombenfunde im Rhein reißt nicht ab: In der Nähe einer riesigen Fliegerbombe bei Koblenz sind eine weitere 125 Kilogramm schwere US-Fliegerbombe und ein Fass mit gefährlichen Chemikalien aus Kriegszeiten entdeckt worden. Nach Feuerwehrangaben vom gestrigen Donnerstag sollen sie ebenfalls am 4 Von dpa-Mitarbeiter Christian Schultz

Koblenz/Neuwied. Die Serie der Bombenfunde im Rhein reißt nicht ab: In der Nähe einer riesigen Fliegerbombe bei Koblenz sind eine weitere 125 Kilogramm schwere US-Fliegerbombe und ein Fass mit gefährlichen Chemikalien aus Kriegszeiten entdeckt worden. Nach Feuerwehrangaben vom gestrigen Donnerstag sollen sie ebenfalls am 4. Dezember entschärft werden, wenn auch die 1,8 Tonnen große britische Luftmine unschädlich gemacht wird. Dadurch könne dieser Einsatz länger als bislang gedacht dauern. Rund 45 000 der etwa 106 000 Koblenzer müssen für die Aktion ihre Häuser vorübergehend räumen. In Neuwied wurde indes nahe des Stadtteils Irlich eine 500 Kilogramm schwere Fliegerbombe ausfindig gemacht.Der Zünder der US-Fliegerbombe auf Höhe von Koblenz-Pfaffendorf ist nach Einschätzung des Kampfmittelräumdienstes intakt. Auch die Sprengladung sei noch vollständig erhalten, obwohl der Boden der Bombe fehle, teilte die Feuerwehr mit. Für die Entschärfung von nunmehr zwei Bomben und dem Tarnnebelfass in Koblenz ist am 4. Dezember die größte Evakuierung in der Nachkriegsgeschichte der Stadt nötig. Ursprünglich sah der Zeitplan vor, die Sicherheitszone morgens um neun Uhr zu räumen, die Entschärfung sollte um 15 Uhr beginnen.

Geräumt werden dabei auch ein Gefängnis, sieben Altenheime sowie zwei Krankenhäuser mit etwa 700 Patienten (wir berichteten). Mit ersten Verlegungen aus den Kliniken und Altenheimen wird nach Angaben der Feuerwehr voraussichtlich am kommenden Montag begonnen. Welche Notunterkünfte am 4. Dezember für die Bevölkerung aus der Sperrzone im Umkreis von 1,8 Kilometern zur Bombe bereitstehen werden, sei noch nicht sicher. Die Behörden arbeiteten an einem Ablaufplan. Die Bombe in Neuwied soll bereits an diesem Sonntag um elf Uhr entschärft werden, wie die Stadt mitteilte. Ob auch hier eine Evakuierung nötig ist, stand noch nicht fest. Die Bombe verfüge über einen Zünder und sei noch teilweise gefüllt. Insofern könne das explosive Fundstück nicht abtransportiert werden.

Derzeit werden besonders viele Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg im Rhein gefunden, weil der Wasserstand wegen der anhaltenden Trockenheit sehr niedrig ist. Tarnnebelfässer wurden im Krieg benutzt, um sich mit Nebel vor Angriffen zu schützen. Sie enthalten typischerweise unter anderem stark ätzende Chlorsulfonsäure. Trifft diese auf Wasser, kann es zu Explosionen kommen.