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Wanderung durch gleich vier Schluchten

Wattweiler. In Wattweiler lässt es sich gut leben. Das weiß auch Walter Schneider. Schließlich ist der 74-Jährige in dem Zweibrücker Stadtteil geboren. "Als Erstes fällt mir da die herrliche Natur ein", erklärt er, warum er sich nicht vorstellen kann, woanders zu leben. Die Lage des Orts sei nahezu einzigartig. So könnten Spaziergänger sogar durch vier Schluchten wandern

Wattweiler. In Wattweiler lässt es sich gut leben. Das weiß auch Walter Schneider. Schließlich ist der 74-Jährige in dem Zweibrücker Stadtteil geboren. "Als Erstes fällt mir da die herrliche Natur ein", erklärt er, warum er sich nicht vorstellen kann, woanders zu leben. Die Lage des Orts sei nahezu einzigartig. So könnten Spaziergänger sogar durch vier Schluchten wandern. Los geht es am Sandrech in Richtung Langental. "Hier kann man einen richtigen Urwald durchqueren mit Bäumen kreuz und quer", schwärmt Schneider, der diese Strecke öfter läuft. Der Weg führt dann weiter über den Kettesbergerhof durch den Wald in die "unvergleichbare" Guldenschlucht. Sie trägt ihren Namen nach Gustav Adolf Gulden, einem Vorsitzenden des ehemaligen Zweibrücker Verschönerungsvereins. Dieser legte die Schlucht an, um ein Ausflugsziel in der Umgebung der Stadt zu schaffen. Die geologischen Ursprünge der Guldenschlucht liegen in der Nach-Eisenzeit. Vor rund 11 000 Jahren bildeten sich Flüsse und Bäche. Die Erosion durch Wasser formt bis heute die Buntsandsteinfelsen zu kunstvollen Gebilden. Die hohe Luftfeuchtigkeit führt zudem zu einer einzigartigen Vegetation, unter anderem wächst die seltene Mondviole. Der Pfad durch die Schlucht ist 460 Meter lang und steigt 80 Meter an. Auf dem Weg geht es zuerst über einen kleinen Holzsteg, der über ein Bächlein führt. Dann geht es über, vor einigen Jahren neu angelegte, Stahlgittertreppen nach oben. Von der Guldenschlucht geht es dann in das Olschbachtal, wo früher eine Grillhütte stand.Doch nicht allein die Natur sorge dafür, dass sich die Menschen in Wattweiler wohlfühlen, so Schneider. So gebe es auch ein attraktives Angebot der Vereine. Allen voran die Obstbauern sorgten für viele Veranstaltungen im Dorf. Am vergangenen Wochenende feierten sie beispielsweise ihr Sommernachtsfest. "Der Verein hat auch einen Kelterbetrieb", nennt der frühere Ortsvorsteher ein weiteres Angebot.

Er selbst engagiert sich vor allem im kulturellen Bereich. So leitet Schneider seit über 40 Jahren den Kirchenchor, der jedes Jahr zu zwei Konzerten einlädt: "Früher haben wir das gemeinsam mit dem Gesangverein gemacht. Den gibt es aber leider nicht mehr." Einer der Höhepunkte im Jahr sei die Blütenwanderung, die mit ihren kulinarischen Spezialitäten und der schönen Strecke unzählige Besucher in den Ort locke. nob