| 20:13 Uhr

Selbsterfahrungs-Reportage
Als Wald-Abenteurer im Einklang mit der Natur

 Gut gelaunt ging es ins Waldabenteuer mit Waldcoach Michael Miersch (Dritter von links).
Gut gelaunt ging es ins Waldabenteuer mit Waldcoach Michael Miersch (Dritter von links). FOTO: Cordula von Waldow
Clausen. Raus aus der Komfortzone und rein ins Glück. Das Wald-Abenteuer mit Waldcoach Michael Miersch birgt Sucht-Charakter nach Heilung und Ganz-Sein: Mit sich selbst und mit der Natur. Merkur-Mitarbeiterin Cordula von Waldow berichtet über ihre ganz persönliche Erfahrung. Von Cordula von Waldow

„Wald-Abenteuer mit Übernachtung im Wald. Du erfährst, wie Bäume miteinander kommunizieren, wie wir mit ihnen kommunizieren können. Wir ernähren uns größtenteils von Lichtnahrung.“ Ich war wie elektrisiert. Vielleicht richtig wertvolles Wissen. Ja, es war ein riesiger Sprung aus der Komfortzone (Komm-Vor-Zone). Ich bin zwar eine bekennende Baum-Umarmerin, jedoch absolut keine Camperin. Noch nie mit einem schweren Rucksack gewandert, wenngleich ich gerne und möglichst viel zu Fuß in der Natur unterwegs bin. Und Lichtnahrung? Davon hatte ich bereits einiges gehört. Einfach mal ausprobieren mit einem erfahrenen Waldcoach in einer Gruppe Gleichgesinnter? Gedacht und angemeldet bei Michael und Sandra Miersch.

An einem Samstagmorgen trafen wir uns zu neunt an einem Wanderparkplatz in der Südwestpfalz, fünf Männer und vier Frauen zwischen 25 und 65 Jahren. Überraschungswetter zwischen Regen, Unwetter und heiß war angesagt, der fast elf Kilogramm schwere Rucksack vor allem mit Wasser gefüllt: Sieben Liter. Wer nicht viel essen will, muss umso mehr trinken. Außerdem kann die spirituelle Arbeit in der Natur als Transformation, als Wandlung wirken: Altes darf abfließen, Neues über die Informationskraft der Naturelemente integriert werden. Hunger habe ich interessanterweise ohnehin nicht, wenn ich viel draußen in der Sonne bin. Ob mein Körper das Licht automatisch zu seiner Ernährung nutzt?

Uff! Fast zehn Kilometer mit dem schweren Teil auf dem Rücken? Bei gruppenbildenden Kennenlerngesprächen verging der Weg trotz Steigung schnell und einfach: Die Konzentration war bei allem, nur nicht dem Gepäck. Mit jedem Schluck aus dem Wasserpack wurde er zudem leichter. Wir haben viel gelernt, über den Ursprung unserer Wälder, dass wir uns in einer Art angelegtem Park befinden, da die Urwälder ursprünglich aus Buchen bestanden, wie man das Alter von kleinen Buchenkindern bestimmen kann oder den Zusammenhang zwischen unserem Klima und Borkenkäferbefall auf die in nordischen Ländern beheimateten Fichten.



Staunen am Zielort: Wir campieren unter einem riesengroßen, kuschelig wirkenden Felsvorsprung. Gemeinsam wird der Übernachtungsplatz bereitet, mit gefundenen Zweig-Besen das Laub gekehrt, Holz gesammelt wie unsere Vorfahren, der Mini-Teekocher aufgestellt. Wir Frauen kümmern uns um die „Küche“: Nüsse, Cashewkerne und ein Auswahl an Trockenfrüchten. Mit vier Datteln am Tag erhält der Körper alle wichtigen Nährstoffe.

Dann die bewusste, willentliche Umstellung auf Lichtnahrung. Als erstes ziehe ich die Wanderschuhe aus. Meine Füße lieben Freiheit, trotz Steinchen, Stöckchen und pieksigen Bucheckern. Individuelle Arbeit ist angesagt. Der Weg ins eigene Unterbewusstsein, um Themen zu erkennen und zu lösen, die eigene Zukunft zu manifestieren.

Ab 18 Uhr ist Freizeit. Wir erkunden die herrliche Wald- und Felsenlandschaft, tauchen in Ruhe und Frieden, die heilsame Baumenergie ein. In einer ruhigen Runde liegen wir, bestaunen den Himmel und philosophieren als Gruppe über Wahrheit und Freiheit: Was bedeutet das für mich? Hoch inspirierend.

Meine erste Nacht im Schlafsack auf der Isomatte. Ich liege, wie in einer Kemenate: Das Felsendach über mir, schützenden Felsen im Rücken, das sanfte Rascheln der Blätter und die herrlichen Baumwipfel vor der „Höhle“ – ein Gefühl, wie Nach-Hause-Kommen.

Den klammen, regenfeuchten Morgen erwärmen wir mit angeleitetem QiGong. Meine Füße haben vergessen, dass sie keine Schuhe tragen und meistern den Waldboden spielend, tolles Gefühl. Dann, ein weiterer Höhepunkt: Wir nehmen Kontakt auf zu „unserem“ Baum. Man braucht sich in der Fülle keinen aussuchen, der Baum „ruft“, wenn man sich dafür öffnet. Bewusst erspüre ich mit meinen Händen, meinem Rückgrat die elektrischen Ströme, die dicht unter der Baumrinde verlaufen. Der Baum, eine Doppelbuche, erlaubt mir, Fragen zu stellen. Sofort tauchen Bilder vor meinem inneren Auge auf. Dieser Zugang ist ganz neu für mich.

Michael Miersch führt als studierter Ingenieur selbst verkopfte, skeptische Neulinge liebevoll und wirkungsvoll an die Natur und die Baumkommunikation heran. Ihm gelingt es, die unterschiedlichen Menschen für neue Wege zu öffnen und bei ihren ersten Schritten zu begleiten. Er und seine Frau Sandra, Vorsitzende des Naturheilvereins Südwestpfalz, ergänzen sich perfekt.

„Sehr wertvoll!“ Darin ist sich die Gruppe einig. Hunger verspüre ich übrigens selbst nach der Rückkehr am Sonntagnachmittag überhaupt nicht. Meine Wassermenge ist auf einen einzigen Liter reduziert. Gegessen habe ich zwei Handvoll Cashews, zwei Handvoll Datteln, eine Handvoll getrockneter Cranberries und drei Handvoll selbst gepflückter Waldhimbeeren. Die Unternehmung birgt Sucht-Charakter nach Heilung und Ganz-Sein: Mit sich selbst und mit der Natur.

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