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Vorstand der Dillinger Hütte: Weitere Kostensenkungen nötig

Dillingen. Fred Metzken, Vorstandssprecher der Dillinger Hütte, fordert seine Mitarbeiter auf, weitere Beiträge zur Sicherung des Unternehmens in einem schwierigen Wettbewerb zu leisten. Auf der Jubilarfeier wurden 329 Beschäftigte geehrt. Thomas Sponticcia

Darauf können nur die wenigsten zurückblicken: 50 Jahre Zugehörigkeit zu einem Unternehmen. Als Nikolaus Poitiers (65) aus Wadern-Steinberg 1966 seine Lehrzeit bei der Dillinger Hütte beginnt, stellt das Unternehmen gerade auf die 40-Stunden-Woche um. Zuvor waren noch Arbeitszeiten zwischen 48 und 56 Stunden üblich. Unter Applaus der alleine 329 Jubilare im Lokschuppen verabschiedet sich Poitiers mit dem Bekenntnis: "Ohne Stahl wären Deutschland und das Saarland platt."

Silvia Stürmer (59) aus Nalbach ist schon 45 Jahre bei der Dillinger Hütte , die sich seit April 2016 nur noch unter dem neuen Markennamen "Dillinger" nach außen präsentiert. Stürmer hat als Mitglied des Betriebsrats entscheidenden Anteil daran, dass es bei der "Dillinger" inzwischen eine Kinder-Tagesstätte gibt. Ihrer Ansicht nach hat die Stahlindustrie an der Saar auch weiterhin Zukunft, wenn weltweit faire Wettbewerbsbedingungen geschaffen werden, was derzeit wegen der starken Überkapazitäten, auch aus China, nicht der Fall sei.

Das sieht auch Michael Fischer (53) so, Betriebsratsvorsitzender der Dillinger Hütte . Er gehört 35 Jahre zum Unternehmen. "Technologisch ist die Hütte nach den großen Investitionen der vergangenen Jahre, unter anderem in die Stranggießanlage CC 6 für 400 Millionen Euro, hervorragend aufgestellt", sagt Fischer. Doch "das unfaire Umfeld im Wettbewerb führt dazu, dass gute Leistungen nicht unbedingt honoriert werden".



Fred Metzken, Vorstandssprecher der Hütte, sieht weitere Kostensenkungen und eine noch weitere Erhöhung der Produktivität als Grundvoraussetzungen für eine gesunde Zukunft der saarländischen Stahlstandorte an. "Wir müssen uns verändern", so Metzken zu unserer Zeitung. Er sieht keine Besserung an den Märkten. Man müsse weitere Nischen für den Absatz der Produkte suchen. Und erst einmal bei weiteren Investitionen auf die Bremse treten. Trotz aller Probleme glaubt Metzken auch, "dass wir besser aufgestellt sind als andere."