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„Vorhalle aus Licht“: Mainzer Kirche feiert Chagalls Fenster

Mainz. Vor 30 Jahren starb der von vielen verehrte Künstler Marc Chagall. Eines seiner letzten großen Werke ist in der Mainzer Stephanskirche zu sehen – ein Fenster-Ensemble, das den Bau in einen mystischen Ort verwandelt. Der Künstler ist nicht in Vergessenheit geraten. Agentur

Marc Chagall war ein langes Leben vergönnt. Der französische Maler russisch-jüdischer Herkunft starb vor rund 30 Jahren, am 28. März 1985 - im Alter von 97 Jahren. Nicht vergönnt war es ihm allerdings, die mystische Wirkung eines seiner letzten Meisterwerke mitzuerleben. Nur wenige Wochen später, am 11. Mai 1985 nahm die Mainzer Stephanskirche die letzten Fenster in Empfang, die Chagall für sie erdacht hatte. Die "Vorhalle aus Licht", die mit ihnen entstand, wird in diesen Tagen 30 Jahre alt. Die Kirchengemeinde feiert es entsprechend.

"An sonnigen Tagen ist erfahrbar, was sich Chagall vorgestellt hat", schwärmt Pfarrer Stefan Schäfer. Die Querhausfenster, die als letztes eingebaut wurden, sollen den Blick des Betrachters auf die Fenster des Ostchors des Gotteshauses mit ihren biblischen Botschaften richten. Sie tauchen den Raum in eine komplexe Abstufung von Blautönen.

Die Beziehung von Chagall zu Mainz ist eng verbunden mit Monsignore Klaus Mayer. Der Pfarrer nahm nach Angaben der Kirchengemeinde 1973 den Kontakt zu dem Künstler auf und überzeugte ihn, in Mainz ein Zeichen für die jüdisch-christliche Verbundenheit und die Völkerverständigung zu setzen. St. Stephan war im Krieg schwer zerstört worden. Insgesamt wurden neun Fenster eingebaut, die ersten 1978.