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Sorge um Ärzteversorgung
Viel Geld für Bildung und Infrastruktur

Landrätin Susanne Ganster sorgt sich um die künftige Ärzte-Versorgung. Denn 61 Prozent der Praxis-Ärzte in der Region Südwestpfalz (Landkreis sowie Zweibrücken und Pirmasens) gingen bis 2022 in den Ruhestand.
Landrätin Susanne Ganster sorgt sich um die künftige Ärzte-Versorgung. Denn 61 Prozent der Praxis-Ärzte in der Region Südwestpfalz (Landkreis sowie Zweibrücken und Pirmasens) gingen bis 2022 in den Ruhestand. FOTO: Stephan Jansen / dpa
Südwestpfalz. Der Kreistag hat einstimmig den Haushalt für 2018 genehmigt. Ganster plant neues Konzept für die Musikschule. Von Guido Glöckner

Selten war sich der Kreistag Südwestpfalz so einig wie am Montag, als die Finanzplanung für das kommende Jahr verabschiedet wurde: Einstimmig befürworteten die Kreistagsmitglieder den Haushalt, der Investitionen von 30,6 Millionen Euro und eine Neuverschuldung von 13,5 Millionen Euro vorsieht. Landrätin Susanne Ganster (CDU) machte darauf aufmerksam, dass es keinen Spielraum gibt, um die Kreisumlage (das ist der Finanzbeitrag, den Orts- und Verbandsgemeinden an den Landkreis zahlen müssen) zu senken. Die Kreisumlage bleibt damit bei 43,5 Prozent, wobei der Landkreis Südwestpfalz im Landesvergleich noch niedrig liegt. Schuld an der Finanznot sind vor allem die Kosten für Jugend und Soziales, die sich auf 106,7 Millionen Euro investieren im kommenden Jahr – der Verlust in diesem Bereich beträgt 44,8 Millionen Euro.

Insbesondere ging Ganster auf die Kindertagesstätten ein, weil die 4253 Plätze in den 71 Einrichtungen im Landkreis nicht mehr ausreichen. Elf neue Kita-Gruppen sind kreisweit geplant. Allein der Kreisanteil für das notwendige zusätzliche Personal wird sich auf 600 000 Euro jährlich belaufen.

Die geplanten Investitionen seien zwingend erforderlich, betonte Ganster, um die Infrastruktur im Landkreis Südwestpfalz zu verbessen – angesprochen wurden von ihr das schnelle Internet, die Kreisstraßen und der ÖPNV (Öffentlicher Personennahverkehr). In die Sanierung und Modernisierung der Schulen fließen weitere 10,6 Millionen Euro – bis 2020 hat der Landkreis seit der Übernahme der weiterführenden Schulen 61 Millionen Euro investiert.



Eigens erwähnt wurde von der Landrätin die ärztliche Versorgung. „Wir müssen schauen, wie wir auf kommunaler Ebene Hilfe leisten können“, kündigte sie an vor dem Hintergrund alarmierender Zahlen. Denn in Region Südwestpfalz – Landkreis, Städte Pirmasens und Zweibrücken – gibt es momentan 237 Haus- und Fachärzte, von denen 144 bis 2022 aufhören werde. Für sie gelte es Nachfolger zu finden.

Auch auf die Kreismusikschule ging die Landrätin ein: Sie wird eine Arbeitsgruppe gründen, die sich mit einem neuen Konzept für die Einrichtung beschäftigen wird, um das steigende Defizit einzudämmen, das im nächsten Jahr 742 600 Euro erreichen wird. Unter anderem denkt Ganster daran, verstärkt in den Ganztagsschulen bei der Nachmittagsbetreuung aktiv zu werden – was auch zu einer besseren Refinanzierung beitrage.