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Verstärkung für den Osterhasen

In Rheinland-Pfalz tummeln sich stellenweise bis zu 80 Langohren auf einem Quadratkilometer. Foto: Boris Rößler/dpa
In Rheinland-Pfalz tummeln sich stellenweise bis zu 80 Langohren auf einem Quadratkilometer. Foto: Boris Rößler/dpa
Mainz. Wenn der Osterhase Verstärkung braucht, kann er sich in Rheinland-Pfalz umtun. Dort tummeln sich stellenweise bis zu 80 Tiere pro Quadratkilometer. "Das vergangene Jahr war sehr gut für die Hasen, weil wir einen milden und trockenen Frühling hatten", sagt Biogeografin Martina Bartel-Steinbach von der Universität Trier, Mitarbeiterin des Wildtier-Informationssystems WILD Von dpa-Mitarbeiter David Schramm

Mainz. Wenn der Osterhase Verstärkung braucht, kann er sich in Rheinland-Pfalz umtun. Dort tummeln sich stellenweise bis zu 80 Tiere pro Quadratkilometer. "Das vergangene Jahr war sehr gut für die Hasen, weil wir einen milden und trockenen Frühling hatten", sagt Biogeografin Martina Bartel-Steinbach von der Universität Trier, Mitarbeiterin des Wildtier-Informationssystems WILD. Nach ihren Angaben verbucht Meister Lampe Zuwachs. Besonders zahlreich ist er in der Oberrheinebene vertreten, etwa bei Ludwigshafen und Osthofen. Im bundesweiten Vergleich liegt Rheinland-Pfalz mit seiner "Hasendichte" allerdings im Mittelfeld. Mehr Langohren leben pro Quadratkilometer in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.Auch die Jäger wissen, dass das Klima im Frühjahr für Meister Lampe und seinen Nachwuchs überlebenswichtig ist. "Bei feuchtem und kaltem Klima steigt die Sterblichkeitsrate der Jungtiere erheblich. Bis jetzt sieht es gut aus, wenn es im April trocken und mild bleibt", sagt der Sprecher des Landsjagdverbandes, Günther Klein. Nach seinen Angaben lebten 2011 auf einem Quadratkilometer durchschnittlich 7,6 Hasen mehr als im Vorjahr. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, etwa die Verbesserung des Lebensraums oder ein günstiges Klima.

Keine guten Lebensräume für Hasen sind nach Angaben von Biogeografin Bartel-Steinbach großflächige Monokulturen - beispielsweise der für die Energiegewinnung gedachte Maisanbau. "Der Hase liebt abwechslungsreiche Nahrung - Wildkräuter, Klee und Gemüse stehen auf seinem Speiseplan", erklärt Jäger Klein. Nach Bartel-Steinbachs Worten eignen sich Brachflächen in Gebieten mit viel Ackerbau als Rückzugsbereiche für die Löffelohren. Um die Lebensbedingungen zu verbessern, wäre es außerdem sinnvoll, wenn weniger Pestizide und Düngemitteln eingesetzt würden, sagt sie.

Laut Klein arbeiten Jäger und Bauern erfolgreich zugunsten von Meister Lampe zusammen. "Einige Landwirte legen Grünstreifen auf ihren Feldern an. Dort pflanzen sie Wildkräuter, die dem Hasen als Futter dienen", sagt der Sprecher des Jagdverbandes.



Wie es dazu kam, dass Meister Lampe zum Osterhasen wurde, dazu gibt es viele Theorien, weiß Kulturanthropologin Julia Kunz von der Universität Mainz. "Eine lautet, dass die Protestanten im Rahmen der Reformation eine andere Herkunft der Ostereier vermitteln wollten, da die geweihten Eier aus dem katholischen Umfeld stammten. Dafür zogen sie einige Tiere in Betracht, beispielsweise den Kuckuck oder den Fuchs. Der Hase hat sich letztlich durchgesetzt."

Eine Vorstellung des Osterhasen stamme aus dem Bürgertum um 1800, berichtet Kunz. Zu dieser Zeit habe sich die Kindererziehung sehr geändert. "Der süße kleine Hase war sehr kindgemäß und eine gute Gelegenheit, den Kindern zu übermitteln, woher die Ostereier kommen. Die Idee des Klapperstorchs als Kinderbringer entstand ebenfalls in dieser Zeit." Nach Darstellung der Kulturanthropologin wurde die Idee vom Osterhasen vor allem im 19. und 20. Jahrhundert verbreitet. Und so gab es dann die hoppelnden Tiere als Süßwaren und Kinderbücher mit Osterhasenillustrationen.