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Neujahrsempfang Südwespfalz
Veränderung, Zusammenhalt und Mut

Landrätin Susanne Ganster (rechts) ehrte beim Neujahrsempfang am gestrigen Freitagabend auch ausgezeichnete Azubis.
Landrätin Susanne Ganster (rechts) ehrte beim Neujahrsempfang am gestrigen Freitagabend auch ausgezeichnete Azubis. FOTO: Hans Pertsch
Ruppertsweiler. Beim ihrem ersten Neujahrsempfang als Landrätin der Südwestpfalz hat Susanne Ganster drei Leitgedanken für die Zukunft vorgestellt. Von Fritz Schäfer

Erst seit gut 100 Tagen ist Susanne Ganster (CDU) Landrätin des Kreises Südwestpfalz. Ein Jahresrückblick wäre deshalb „nicht ganz passend“, meinte die 41-Jährige beim Neujahrsempfang der Südwestpfalz am Freitaqabend in Ruppertsweiler. Deshalb erläuterte die neue Verwaltungschefin den hunderten Gästen aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und gesellschaftlichem Leben ihre drei Leitgedanken – Veränderung, Zusammenhalt, Mut – für den Landkreis. Während sich die Veränderungen in der Weltpolitik in der Südwestpfalz kaum auswirkten, wirkten sich die Veränderungen in der Bundespolitik auf den Kreis aus. Mit Blick auf Themen wie das Teilhabegesetz, Förderprogramme für besseren Mobilfunk oder die ärztliche Grundversorgung warte die Kreisverwaltung auf eine neue Bundesregierung. Die vom Land angekündigten Veränderungen würden voraussichtlich Gemeinden und Städte entlasten, „für die freuen wir uns“. Allerdings würden den Landkreisen weitere Aufgaben zufallen. Das lasse den Schuldenstand der Kreise weiter steigen, wenn das Land die Kreise nicht finanziell unterstützt. „Die Veränderung im Landkreis steht vor ihnen“, sprach Ganster den Wechsel an der Kreisspitze nach 38 Jahren an. Zusammenhalt in der Familie, den Vereinen und der Gesellschaft brauche es im kommenden Jahr, um rechtsradikalem und populistischem Gedankengut zu begegnen. Auch im Kreis sei Zusammenhalt gefragt. Sei es im Kreistag bei Themen wie Schulen, Straßenausbau, Wirtschaftsförderung oder Tourismus. Dabei seien die Fraktionen nicht immer einer Meinung. „Das ist so oder muss sogar so sein in einer lebendigen Demokratie.“ Auch in den einzelnen Regionen würden die anstehenden Fragen unterschiedlich bewertet. Für die Feststellung „ich bin überzeugt, dass wir nur im Zusammenhalt mit anderen unsere Region und damit die eigene Stärke unseres Landkreises ausbauen können“, erntete die Landrätin einhellige Zustimmung der Gäste. In ihrer Rede sagte Ganster, dass sie in den ersten Tagen des Jahres beim Hochwasser und Sturm den Zusammenhalt erfahren habe. Dafür dankte sie der Feuerwehr und dem THW. Ganster vergaß dabei aber auch nicht das bürgerschaftliche Engagement untereinander. „Lassen Sie uns mutig miteinander ins neue Jahr gehen“, rief die Landrätin den zahlreichen Gästen zu. „Wenn wir keine Angst vor Veränderungen haben, wenn wir uns auf den Zusammenhalt untereinander verlassen können, dann können wir auch mutig sein.“ Beim Breitbandausbau habe der Kreis schon Mut gezeigt und sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt. Dieser Mut sei auch bei der notwendigen Renovierung des Kreisverwaltungsgebäudes gefragt. Zum Schluss der Rede kündigte die Landrätin schon den Festabend im Herbst an, bei dem der Landkreis sein 200-jähriges Bestehen feiert. Das 40-jährige Bestehen feiert dieses Jahr die Kreismusikschule, deren Trompeten-Ensemble „Brassless“ unter Leitung von Sandra Resch den Neujahrsempfang musikalisch umrahmte.

Ganster ehrte 19 junge Menschen, die für ihre sehr guten Ausbildungsabschlüsse von der IHK oder der Handwerkskammer ausgezeichnet wurden. Unter anderem Florian Jahn (Conrad Keramik) aus Althornbach, Corinna Weyer (Kennel & Schmenger Schuhfabrik) aus Riedelberg, Georg Burkhardt (Profine) und Alexander Garanin (Terex Cranes) aus Rieschweiler und Katharina Akitani Gbogbo (Raumdesign Claus Schäfer) aus Zweibrücken.