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Unterschiedliche Systeme, große Gebühren-Unterschiede

Restmüllabfuhr höchstens noch einmal im Monat, Einführung der Biotonne, ein Chip in der Restmülltonne und Abfallgebühren, die nach der Häufigkeit der Mülleimer-Leerung berechnet werden: Das neue Abfallkonzept des Landkreises Südwestpfalz ist eine kleine Revolution, und die ab 1. Januar geplanten Änderungen stoßen bei vielen Bürgern auf wenig Gegenliebe. Guido Glöckner

Vor dem Hintergrund der breiten Kritik im Landkreis an den Müllplänen hat unsere Zeitung nachgeschaut, wie in den Nachbarstädten und -landkreisen die Müllabfuhr organisiert ist - und was sie kostet.

Stadt Pirmasens

Restmüll: Pro Person auf einem Grundstück setzt die Stadt Pirmasens ein Volumen von 30 Litern Restmüll pro Leerung an. Restmülltonnen gibt es aber nur mit einem Fassungsvermögen von 120, 240, 770 und 1100 Litern Fassungsvermögen, kleinere Einheiten werden nicht bereitgestellt. Der Restmüll wird in zweiwöchigem Rhythmus abgeholt, eine Abrechnung über einen Chip oder nach Gewicht gibt es nicht.

Bioabfall: 1995 wurde in Pirmasens die Biotonne für alle Haushalte eingeführt. Sie wird grundsätzlich jede zweite Woche geleert, von Mai bis Oktober sogar in jeder Woche - somit 39 Mal im Jahr. Pro Person und Grundstück wird grundsätzlich ein Volumen von 20 Litern angesetzt, allerdings gibt es nur Tonnengrößen von 120 und 770 Litern, kleinere Einheiten sind nicht vorgesehen. Die eingesammelten Bioabfälle aus der Stadt Pirmasens werden an einen Verwerter abgegeben, der die Biomasse in verschiedenen Kompostwerken verarbeitet. Nach 19 Jahren hat sich die Biotonne etabliert in Pirmasens , nur begrenzt gibt es noch Fehlbefüllungen.

Altpapier: Die kostenlos zur Verfügung gestellte blaue Altpapiertonne wird jede zweite Woche geleert. Zur Verfügung stehen Behältergrößen von 120, 240 und 1100 Litern, zusätzliche Papiersäcke oder Beistellungen werden akzeptiert.

Gebühren: 219 Euro zahlt in Pirmasens eine dreiköpfige Familie an Abfallgebühren im Jahr - darin enthalten sind 26 Restmüllleerungen, 39 Leerungen der Biotonne, eine Sperrmüllabholung, kostenlose Sperrmüllanlieferung im Wertstoffhof, vier Schadstoffsammlungen, Schadstoffanlieferungen im Wertstoffhof.

Stadt Zweibrücken

Restmüll: In Zweibrücken können die Haushalte zwischen einer zwei- oder vierwöchigen Abfuhr des Restmülls wählen. Zur Verfügung stehen Restmüllbehälter mit 120, 240, 770 und 1100 Litern Fassungsvermögen. Die Restmülltonnen haben keinen Chip, der Müll wird auch nicht nach Gewicht abgerechnet.

Bioabfall: Schon seit 1993 gibt es in Zweibrücken die Biotonne, die mit 120 und 240 Litern Fassungsvermögen angeboten wird. Von Mai bis Oktober wird der Bioabfall wöchentlich abgeholt, in den Wintermonaten nur jede zweite Woche. Der Bioabfall wird kompostiert. In der Anfangsphase gab es Probleme mit Fehlwürfen, inzwischen sind sie aber selten geworden.

Altpapier: 120- und 240-Liter-Altpapiertonnen gibt es in Zweibrücken , die in vierwöchentlichem Rhythmus geleert werden.

Gebühren: Das Gebührensystem der Stadt Zweibrücken ist mit den anderen Städten und Landkreisen nur schwer vergleichbar, weil es sich nicht nach der Personenanzahl pro Haushalt richtet. In Zweibrücken wird bei der Leistungsgebühr nach den zwei- und vierwöchigen Leerungsintervallen und der Tonnengröße von 120 und 240 Litern unterschieden, außerdem ob ein oder zwei Haushalte diese Müllbehälter nutzen. Hinzu kommt im Bedarfsfall die Biotonne in den beiden möglichen Größen. Zu der daraus entstehenden Leistungsgebühr wird eine Grundgebühr gerechnet, die nach Wohneinheiten pro Grundstück festgelegt ist. In der Vergleichstabelle auf dieser Seite wurde angenommen, dass ein Drei-Personen-Haushalt die geringste Restmülltonnengröße von 120 Litern bei vierwöchiger Leerung nutzt und dieser Haushalt als eine Wohneinheit alleine auf einem Grundstück ist - bei zweiwöchiger Leerung und 240-Liter-Restmülltonne würde sich die Gebühr erhöhen, wenn mehrere Wohneinheiten auf dem Grundstück sind, würde sich die Grundgebühr ermäßigen.

Landkreis Kaiserslautern

Restmüll: Die graue Restmülltonne wird in zweiwöchigem Rhythmus geleert - abwechselnd mit der Biotonne. Es gibt 60, 90, 120 und 240 Liter fassende Restmülltonnen. In den Mülltonnen ist ein Chip enthalten, mit dem die einzelnen Abfuhrtermine dokumentiert werden können. Eine Abrechnung nach Gewicht erfolgt nicht.

Bioabfall: Seit Januar 1997 gibt es im Landkreis Kaiserslautern schon Biotonnen in den Größen von 120 und 240 Litern, die in zweiwöchigem Rhythmus abgefahren werden. Der Biomüll wird kompostiert.

Altpapier: Alle vier Wochen wird die blaue Altpapiertonne entleert, wobei es nur eine 240-Liter-Tonne und einen 1100-Liter-Großbehälter gibt.

Gebühren: Eine dreiköpfige Familie muss ein 90-Liter-Restmüllgefäß vorhalten und zahlt dafür eine Jahresgebühr von 207,60 Euro, wenn Eigenkompostierung auf dem eigenen Grundstück betrieben wird und keine Biotonne benutzt werden muss. Mit der Biotonne müssen 262,80 Euro im Jahr bezahlt werden.

Stadt Kaiserslautern

Restmüll: Die Größe der Restmülltonnen beträgt zwischen 60 und 1100 Litern. In der Regel wird der Restmüll alle zwei Wochen abgefahren, für Gewerbebetriebe und Wohnanlagen gibt es auch wöchentlich und in Sonderfällen sogar zweimal wöchentlich Leerungen. Die Restmüllbehälter haben keinen Chip, der Müll wird auch nicht nach Gewicht abgerechnet.

Bioabfall: Seit 1998 wird im Stadtgebiet von Kaiserslautern flächendeckend Bioabfall mit 120- und 240-Liter-Behältern eingesammelt. Von Mai bis November wird der Bioabfall wöchentlich abgefahren, von Dezember bis April alle zwei Wochen. Der Bioabfall wird in der Kompostieranlage der Zentralen Abfallwirtschaft Kaiserslautern (ZAK) verwertet.

Altpapier: Für die Altpapierentsorgung gibt es Behältergrößen von 120 bis 1100 Liter. In der Regel wird das Altpapier in vierwöchigem Rhythmus abgeholt, über eine Sondergenehmigung auch zweiwöchentlich oder wöchentlich.

Gebühren: Für einen dreiköpfigen Haushalt mit einer 90-Liter-Restmülltonne bei Eigenkompostierung ohne Biotonne fallen 229,16 Euro als jährliche Abfallgebühr an, wenn eine Biotonne hinzukommt, sind es 304,63 Euro jährlich. Darin enthalten sind auch Altpapierabholung, Sperrmüll, Altmetall, Elektroaltgeräte, Altkleider, die Nutzung von vier Wertstoffhöfen, Weihnachtsbaum-, Grünabfall- und Schadstoffsammlung.

Landkreis Südliche Weinstraße

Restmüll: Die Restmülltonnen werden grundsätzlich alle zwei Wochen geleert, wobei es Tonnengrößen von 60, 80, 120, 240, 660 und 1100 Litern gibt. Für kleine Haushalte gibt es eine 60-Liter-Tonne mit blauem Deckel, die nur alle vier Wochen geleert wird. Ein Chip zur Erfassung der Leerungen ist nicht eingearbeitet, nach Gewicht wird der Restmüll nicht berechnet.

Bioabfall: Ab 1992 wurde der Bioabfall in einer Mehrkammertonne getrennt eingesammelt, 2002 wurde dann die grüne Biotonne eingeführt zur separaten Abfuhr des Biomülls. Grundsätzlich wird der Bioabfall alle zwei Wochen eingesammelt, von Juni bis September wöchentlich. Zur Verfügung stehen Biotonnen in den Größen 60, 80, 120, 240, 660 und 1100 Litern. Der Biomüll wird von der Firma BEM aus Ludwigsburg in Kompostanlagen verwertet. Es gibt kaum Probleme mit dem Bioabfall, die Fehlwürfe liegen innerhalb der Toleranzgrenze des Verwerters.

Altpapier: Es gibt nur eine 240 Liter große blaue Altpapiertonne, die alle vier Wochen abgefahren wird.

Gebühren: Die Gebühr richtet sich nach Größe und Anzahl der Müllgefäße in einem Haushalt. Ein Drei-Personen-Haushalt muss mindestens eine 60-Liter-Restmülltonne bei vierwöchiger Leerung für 98,40 Euro pro Jahr vorhalten. Wenn keine Eigenkompostierung der organischen Abfälle stattfindet, ist eine Biotonne erforderlich, die 60 Euro pro Jahr zusätzlich kostet.

Stadt Landau

Restmüll: In 80, 120, 240 und 1100 Liter fassenden Mülltonnen wird in Landau der Restmüll abgefahren, wobei die Haushalte zwischen einer zwei- und vierwöchentlichen Leerung wählen können. In den Restmülltonnen ist ein Chip eingearbeitet. Abgerechnet wird die Restabfallentsorgung über die Behältergröße (Volumen) und den Abfuhrrhythmus.

Bioabfall: 1996 wurde in Landau die Biotonne eingeführt, die es in den Größen von 120, 240 und 1100 Litern gibt. Von Oktober bis Mai wird sie in zweiwöchigem, von Juni bis September wöchentlich abgefahren. Verwertet wird der Bioabfall energetisch und stofflich, indem eine Vergärung mit anschließender Kompostierung stattfindet. Nur wenig Probleme gibt es mit der Biotonne, und wenn sie auftreten, sind sie abhängig von unsachgemäßer Nutzung und Witterung.

Altpapier: Die Altpapiertonne in den Größen 120, 240 und 1100 Litern wird in zweiwöchigem Rhythmus abgefahren.

Gebühren: Für drei Personen beträgt die jährliche Abfallgebühr 132,00 Euro bei einer 80-Liter-Restmülltonne mit vierwöchentlicher Abfuhr und einer 120-Liter-Biotonne. Ohne Biotonne bei Kompostierung auf eigenem Grundstück liegt die jährliche Abfallgebühr bei 94,80 Euro. Jeweils enthalten ist die Altpapierentsorgung.