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Umweltexperten fordern besseren Hitzeschutz für Fische

 Wenn es Lachsen zu heiß wird, stellen sie das Wandern ein. Foto: dpa
Wenn es Lachsen zu heiß wird, stellen sie das Wandern ein. Foto: dpa
Mainz. Um Lebewesen in Flüssen besser vor Hitze zu schützen, sollte die Wärmeableitung der Kraftwerke nach Forderungen von Umweltexperten stärker reglementiert werden. "Die unverbindlichen Empfehlungen des Umweltministeriums sind unzureichend

Mainz. Um Lebewesen in Flüssen besser vor Hitze zu schützen, sollte die Wärmeableitung der Kraftwerke nach Forderungen von Umweltexperten stärker reglementiert werden. "Die unverbindlichen Empfehlungen des Umweltministeriums sind unzureichend. Die Behörden müssen nun strikte Maßnahmen anordnen", erklärte der rheinland-pfälzische Landesvorsitzende des BUND, Holger Schindler, gestern in Mainz. "Bei derart hohen Wassertemperaturen müssen alle Möglichkeiten der Rückkühlung und von Kühltürmen ausgeschöpft sowie die Kraftwerke heruntergefahren werden." Das Umweltministerium in Mainz konterte, die derzeitigen Maßnahmen zur Reduzierung der Wärmebelastung seien "ausreichend und haben sich bei ähnlichen Hitzeperioden bewährt". Die Umweltbehörden überwachten ständig die Temperaturentwicklung in den Flüssen und würden wie in den vergangenen Jahren die erforderlichen Maßnahmen ergreifen, teilte das Ministerium mit. Schindler sagte, spätestens in diesem Hitzesommer werde deutlich, wie dringend ein Wärmelastplan für den Rhein sei - mit wirksamen Regeln für weniger Wärmeeinleitungen. Zum dritten Mal in wenigen Jahren (nach 2003 und 2006) werde in diesem Jahr die 28-Grad-Marke und dabei eine Rekordtemperatur erreicht. Bereits ab 25 Grad drohen laut BUND Schäden am Ökosystem. Die Studie "Wärmelast Rhein" hatte ergeben, das die Abwärmeeinleitungen aus Kraftwerken, Industriebetrieben und Kläranlagen im Rheineinzugsgebiet mehrere 10 000 Megawatt (MW) betragen. Absolute Spitzenreiter im negativen Sinne seien die beiden Atomreaktoren im französischen Fessenheim. Sie besitzen laut BUND keine Kühltürme und heizen allein mit annähernd 4000 MW das Wasser des Rheinseitenkanals um mehr als zwei Grad auf. Generell liege die Rheintemperatur drei Grad über dem natürlichen Niveau, erklärte Schindler. Zwei Grad resultieren aus den Abwärmeeinleitungen, überwiegend aus Kraftwerken, für ein Grad sei der Klimawandel verantwortlich. Die höchsten Werte würden zwischen Worms und Mainz erreicht. Beispielsweise Lachse, die im Sommer den Rhein aufwärts schwimmen, stellen beispielsweise bei 25 Grad ihre Wanderung ein. dpa