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Tüv-Prüfer angeklagt

Mainz/Frankfurt. Im Prozess um eine Korruptionsaffäre beim Tüv in Mainz hat der angeklagte Prüfer gestern geschwiegen. Die Staatsanwaltschaft legt dem Diplomingenieur vor dem Landgericht Frankfurt zur Last, 280 Mal von Autowerkstätten im Rhein-Main-Gebiet für Gefälligkeiten bei der Untersuchung von Fahrzeugen Geld bekommen zu haben

Mainz/Frankfurt. Im Prozess um eine Korruptionsaffäre beim Tüv in Mainz hat der angeklagte Prüfer gestern geschwiegen. Die Staatsanwaltschaft legt dem Diplomingenieur vor dem Landgericht Frankfurt zur Last, 280 Mal von Autowerkstätten im Rhein-Main-Gebiet für Gefälligkeiten bei der Untersuchung von Fahrzeugen Geld bekommen zu haben. Insgesamt soll der 45-Jährige 10 000 Euro Schmiergeld angenommen haben. Dabei ging es um "Kurzprüfungen" älterer Fahrzeuge sowie um so genannte Blindprüfungen, bei denen die Prüfplakette ohne nähere Untersuchung des Fahrzeugs angebracht wurde. Der Prozess begann gestern. Nachdem Gerüchte über Unregelmäßigkeiten aufgekommen waren, veranlasste das Regierungspräsidium in Darmstadt in Frankfurter Werkstätten mehrere Testprüfungen, die den Verdacht gegen den 45-Jährigen bestätigten. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt, die von Anfang an mit dem Verfahren betraut war, klagte den Mainzer deshalb auch in Frankfurt an, wo er einen Monat lang in Untersuchungshaft saß. dpa