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Trier rüstet sich für Pilgeransturm

Bei der letzten Ausstellung des Heiligen Rocks im Jahr 1996 kamen 700 000 Menschen nach Trier. Die nächste Wallfahrt startet 2012.Foto: dpa
Bei der letzten Ausstellung des Heiligen Rocks im Jahr 1996 kamen 700 000 Menschen nach Trier. Die nächste Wallfahrt startet 2012.Foto: dpa
Trier. Zur Heilig-Rock-Wallfahrt 2012 in Trier werden mindestens eine halbe Million Pilger erwartet. Es gebe "ein hohes Interesse" an dem Großereignis, sagte der Wallfahrtsleiter Georg Bätzing gestern in Trier. Jetzt schon seien mehrere hundert Menschen in Arbeitsgruppen mit der Vorbereitung der Wallfahrt vom 13. April bis 13. Mai 2012 beschäftigt Von dpa-Mitarbeiterin Birgit Reichert

Trier. Zur Heilig-Rock-Wallfahrt 2012 in Trier werden mindestens eine halbe Million Pilger erwartet. Es gebe "ein hohes Interesse" an dem Großereignis, sagte der Wallfahrtsleiter Georg Bätzing gestern in Trier. Jetzt schon seien mehrere hundert Menschen in Arbeitsgruppen mit der Vorbereitung der Wallfahrt vom 13. April bis 13. Mai 2012 beschäftigt. Und erste Pilgergruppen hätten sich bereits angemeldet. Bei der Wallfahrt wird der Heilige Rock Christi, eine der bedeutendsten Reliquien der Christenheit, erstmals seit 1996 wieder im Trierer Dom zu sehen sein. Der Startschuss für ein "geistliches Vorbereitungsjahr" fällt am 6. Mai 2011. Einladungen an wichtige Vertreter aus Kirche, Politik und Gesellschaft wurden bereits bundesweit und international verschickt. Auf eine Zusage von Papst Benedikt XVI. wartet die älteste deutschen Diözese noch: "Es gibt noch kein Zeichen. Wir würden uns sehr freuen, wenn er kommt", sagte der Wallfahrtsleiter. Das Großereignis werde bei einem Besuch des Papstes "noch eine andere Dimension bekommen". Bei der Wallfahrt 1996 kamen rund 700 000 Pilger in die Moselstadt. Der Heilige Rock soll zur Tunika gehören, die Jesus bei seiner Kreuzigung trug. Die Echtheit ist umstritten. Das gewählte Wallfahrtsmotto "... und führe zusammen, was getrennt ist" sei hochaktuell. Das "Auseinanderdriften" sei eine "große Gefährdung unserer Zeit", sagte Bätzing. Ob persönlich, innerhalb der Kirche oder zwischen den Völkern. Mit dem Pilgermonat angesprochen werden sollen auch Menschen, die der Kirche nicht so nahe stehen. Das Vertrauen in die Kirche sei nicht nur wegen des Missbrauchsskandals "gestört". "Die kritische Distanz zur Kirche ist gewachsen", sagte Bätzing. Diejenigen, die heute nach "Sinnangeboten" suchten, könnte die Wallfahrt mit auf den Weg nehmen. Das Vorbereitungsjahr soll im Trierer Dom und mit Veranstaltungen auf der Bundesgartenschau in Koblenz gestartet werden. Ab sofort wird für die Wallfahrt mit einem Logo geworben: ein rotes Gewand mit weißen Großbuchstaben "Heilig Rock Wallfahrt 2012 - Trier" darauf. Insgesamt drei Millionen Euro hat das Bistum Trier für die Wallfahrt eingeplant. Die angebliche Tunika Christi wird in einem klimatisierten Glasschrein in der Heilig-Rock-Kapelle im Trierer Dom aufbewahrt und ist normalerweise nicht zu sehen. Anlass der Wallfahrt 2012 ist das 500. Jubiläum der ersten Ausstellung des Heiligen Rocks im Jahr 1512. Das Bistum Trier, in dem rund 1,5 Millionen Katholiken leben, umfasst die ehemaligen Regierungsbezirke Trier und Koblenz sowie Teile des Saarlandes. "Die kritische Distanz zur Kirche ist gewachsen."Wallfahrtsleiter Georg Bätzing