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Tote Amseln werden auf Virus untersucht

 In Süddeutschland sterben Amseln an einer rätselhaften Krankheit. Foto: Widmann/dpa
In Süddeutschland sterben Amseln an einer rätselhaften Krankheit. Foto: Widmann/dpa
Mainz. Das rheinland-pfälzische Umweltministerium will tote Amseln auf das tropische Usutu-Virus hin untersuchen lassen, das womöglich für eine höhere Todesrate unter den Vögeln verantwortlich ist. "Wir behalten die Situation sehr genau im Auge", teilte Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) in Mainz mit

Mainz. Das rheinland-pfälzische Umweltministerium will tote Amseln auf das tropische Usutu-Virus hin untersuchen lassen, das womöglich für eine höhere Todesrate unter den Vögeln verantwortlich ist. "Wir behalten die Situation sehr genau im Auge", teilte Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) in Mainz mit. Wissenschaftler hatten zuletzt das Usutu-Virus in einer toten Amsel aus Hessen und vier Tierkadavern aus Baden-Württemberg nachgewiesen (wir berichteten). Das Verbraucherschutzministerium in Stuttgart teilte mit, das Virus sei bei Vögeln im Stadtgebiet von Mannheim und in Dossenheim aufgetaucht.Es sei jedoch noch offen, ob das durch Stechmücken übertragene Virus für den Tod von Amseln im süddeutschen Raum verantwortlich sei, hatte das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg mitgeteilt. Afrikanische Usutu-Viren wurden bereits 2010 in deutschen Stechmücken gefunden und können auf den Menschen übertragen werden.

Naturschützer registrierten derzeit mehr tote Amseln als üblich, sagte der Geschäftsführer der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz (GNOR), Michael Schmolz. Betroffen seien die Regionen Rheinhessen, Pfalz und der Rhein-Neckar-Raum. Das Umweltministerium erklärte, dass ihm bislang keine Belege für ein massenhaftes Amselsterben im Rhein-Neckar-Raum vorlägen. Aktuell sei im Landesuntersuchungsamt in Koblenz nur eine tote Amsel aus dem Kreis Bad Dürkheim eingegangen. Der Kadaver sei allerdings in einem schlechten Zustand gewesen, so dass man ihn nicht mehr untersuchen konnte. Sollten lokal vermehrt weitere tote Wildvögel gefunden werden, werde das LUA Proben dieser Tiere auf das Usutu-Virus hin testen lassen, kündigte Umweltministerin Höfken an. Viel wichtiger sei allerdings die unmittelbare Untersuchung dieser Vögel am LUA auf Vogelgrippe, die eine reale Gesundheitsgefahr für Hausgeflügel und Mensch sei. dpa