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Kommentar
Tobias Hans unter Erfolgsdruck

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Tobias Hans ist erkennbar ehrgeizig. Er wollte unbedingt Ministerpräsident werden. Seit er es ist, arbeitet er in hohem Tempo unzählige Termine und Themen ab. Es wirkt ein wenig so, als wolle der zuvor vergleichsweise wenig bekannte Neunkircher im Schnelldurchgang das ganze Land erorbern und jeden einzelnen Bewohner im persönlichen Gespräch von sich überzeugen. Von Peter Stefan Herbst

Doch dafür ist selbst ein kleines Land zu groß.

Engagement und Schnelligkeit gehören zweifellos zu den Stärken des neuen Ministerpräsidenten. Der überdurchschnittliche Bewegungs- und Mitteilungsdrang kann allerdings auch schnell als politische Hyperaktivität wahrgenommen werden. Wer zu allem etwas sagt, verwässert seine wichtigsten Botschaften.

Doch jenseits der Bemühungen um Bekanntheit und Profil wird Hans künftig vor allem an überzeugender Sachpolitik gemessen. Das Saarland wurde mehr als ein Jahr nicht richtig regiert. Durch den Landtags- und Bundestagswahlkampf sowie das lange Ringen um eine Regierungsbildung in Berlin, ist auch in der saarländsichen Landesregierung viel liegengeblieben. Waren doch nicht nur Annegret Kramp-Karrenbauer und Anke Rehlinger jenseits der Regierungsaufgaben stark eingespannt.



Hans hat nicht nur bei der Entschuldung der Kommunen hohe Erwartungen geweckt. Seinen Ankündigungen müssen jetzt Taten folgen. Hier und auf anderen Feldern braucht er konkrete Erfolge. Nicht nur er ist ungeduldig. Viele Wählerinnen und Wähler sind es auch.