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Streit um „Luminale“ - Messe stößt Region mit Absage vor den Kopf

Frankfurt. Das Lichtkunstfest „Luminale“ konzentriert sich in seiner siebten Auflage ganz auf Frankfurt und Offenbach. Die Region bleibt diesmal auf Wunsch der Messe bei den mehr als 180 Projekten außen vor. dpa

Einige Städte im Rhein-Main-Gebiet sind darüber verärgert. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), der stets die Zusammenarbeit Frankfurts mit der Region auf Augenhöhe will, macht sich dafür stark, dass bei der achten "Luminale" Städte wie Wiesbaden, Darmstadt, Mainz und Aschaffenburg wieder dabei sind. "Es ist mir persönlich wichtig, dass die Stadt Frankfurt und die Region auch künftig Hand in Hand arbeiten", sagte er gestern.

Messe-Chef Wolfgang Marzin begründet die Entscheidung vor allem mit dem Wunsch der Aussteller der Fachmesse light+building, der Mutter der "Luminale". "Das ist eine Guttat-Veranstaltung von Industrie und Messe." Die Aussteller seien mehrheitlich der Meinung, die "Luminale" habe sich in der Vergangenheit zu sehr zerfranst und hätten angekündigt, ihr Engagement zurückzufahren, wenn sich die von ihnen 2002 initiierte "Biennale der Lichtkunst" nicht wieder auf Frankfurt und Offenbach konzentriere. Die Kosten für das Projektbüro, Shuttle-Busse, Werbung und Broschüren trügen nun mal Messe und Aussteller. Allein die Messe investiere dafür einen Millionen-Betrag, sagt Marzin.

Das Projektbüro "Luminale" hat zusammen mit rund 600 Partnern aus zwölf Ländern 147 Projekte in Frankfurt und 35 in Offenbach auf die Beine gestellt. Hauptorte sind vom 30. März bis 4. April in Frankfurt neben der Innenstadt der Palmengarten, die Naxos-Halle, der Hauptbahnhof und vor allem die neue Osthafenbrücke. In Offenbach gibt es eine Reihe experimenteller Projekte am Hafen und auf dem alten Heyne-Gelände, wie Kurator Helmut M. Bien ankündigt. Messe-Chef Marzin richtet aber auch den Blick nach vorne und bedauert: "Wenn jemand enttäuscht ist, war das weder Absicht noch böser Wille."