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Sternritt in Heltersberg
Der Wald kühlt Reiter und Pferde

 Besonders stark vertreten beim Sternritt in Heltersberg war die Isländerfraktion.
Besonders stark vertreten beim Sternritt in Heltersberg war die Isländerfraktion. FOTO: Cordula von Waldow
Heltersberg. Der Sternritt in Heltersberg war trotz Hochsommer­temperaturen am Tag gut besucht. Die Reiter nutzten kühle Morgenstunden, Abkühlung im Weiher und den schützenden Wald für Spaß im Sattel. Von Cordula von Waldow

Angenehm kühl ist es am Morgen des bis nahezu 40 Grad heißen Sonntags am Naturfreundehaus Heltersberg. Dennoch brechen die ersten Reiter noch vor der Pferdesegnung um neun Uhr bereits auf. So die Reitergruppe Spitzer aus Donsieders. Mit ihren Schwarzwäldern gehören sie zu den Stammgästen des Sternritts, der in jedem Sommer Freizeit- und Wanderreiter an dem idyllischen Ort vereint.

„Wir reiten jetzt gemütlich durch das Tälchen heim, da gibt es Wasser“, plant Stefanie Engel-Spitzer, lässt die drei Jugendlichen ihre Pferde überputzen, satteln und aufsitzen. Die vier Reiterinnen sind Freitagabend angeritten. „Samstag wollten wir zum Weiher bei Trippstadt reiten“, lacht Lilly Spitzer (15). Da sich die kleine Gruppe verritt, wurde ein entspannter Rundritt durch den Pfälzerwald daraus. Andere erreichten den Weiher im Tal und badeten mit ihren Pferden.

Währenddessen führte Reiner Hildebrandt den organisierten Rundritt auf herrlichen Wegen um das Naturfreundehaus an. „Im Schritt im Wald haben die Pferde mit der Hitze keine Probleme“, weiß auch Sabine Schmitt. Die Islandpferdereiterin aus Weselberg traf sich unterwegs mit Gleichgesinnten. Über Schauerberg und einen Weiher inklusive Pferdeplantschen und Schwimmen ging es ganz gemütlich zum Jahrestreff.



Mit sieben Islandpferden und Isländischer Landesfahne traten die Reiterinnen nach der Pferdesegnung am Sonntagmorgen gemeinsam den Heimweg an. Freundschaften pflegen und neue Bekanntschaften schließen, fachsimpeln, sich über neueste Wanderreitrouten, Pferdegeschichten und andere Erfahrungen austauschen – dafür nehmen die Reiter gerne Anritte oder Anfahrten im Umkreis von mehr als 50 Kilometern in Kauf. Rund 40 der 50 Angemeldeten vom Kind bis zum Senior trotzten den Hochsommertemperaturen. Die einen kamen später, die anderen gingen früher. „Deshalb ist es ein Sternritt“, betont Reiner Hildebrandt, designierter Nachfolger von Wanderreiter-Urgestein Gerd Zeisset.

Höhepunkt für viele war die Pferdesegnung am Sonntagmorgen, zu der auch Brigitte Seidler, Präsidentin des Pferdesportverbands Pfalz anreiste. Pfarrer Matthias Leineweber aus Waldfischbach-Burgalben stellte in seiner kurzen, prägnanten Predigt die Schöpfungsgeschichte in den Mittelpunkt. „Das Beherrschen der Erde durch den Menschen ist lange falsch verstanden worden“, erklärte er. Der Mensch trage die Verantwortung für das Wohlergehen, denn alle Lebewesen wollten leben. „Von den Bienen bis zu den Pferden, von den Walen bis zu den Elefanten!“ Als Kind ist er auf dem Pony geritten und seine Liebe zu allen Lebewesen hat sich der Katholik erhalten. So galt das versprengte Weihwasser auch den Hunden. Die Segnung thematisierte die Sorgfaltspflicht gegenüber den anvertrauten Vierbeinern. „Es sind Pferde, die wollen so lange nicht stehen“, sagte er verständnisvoll. Die Jagdhornbläser vom Aschbacherhof sorgten für die perfekte Stimmung an dem herrlichen Sommermorgen im Wald.

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