| 00:00 Uhr

Spielplatz-Lärm stört Weingutsbesitzer

Trier. Ein Winzer-Ehepaar klagt wegen Kinderlärms gegen die Stadt Bernkastel-Kues. Der Spielplatz neben ihrem Haus stört. Auch weil der Krach angeblich Gäste vergrault. Agentur

Wegen Kinderlärms auf einem benachbarten Spielplatz ist ein Winzer-Ehepaar aus dem Moselort Bernkastel-Wehlen vor Gericht gezogen. Die Weingutsbesitzer wollen erreichen, dass der Spielplatz aufgegeben oder verlegt wird. Der Lärm sei nicht auszuhalten, sagte die Klägerin gestern vor dem Verwaltungsgericht Trier . "Die schreien ja nur noch." Gäste ihrer Gutsweinstube würden von den Kindern gestört. "Wir haben erhebliche finanzielle Einbußen, weil die Kunden weggehen oder gar nicht mehr kommen."

Die Klage richtet sich gegen die Stadt Bernkastel-Kues. Die lehnt die Forderungen der Winzer ab. "Spielende Kinder sind für uns kein Lärm", sagte eine Vertreterin der Bauabteilung. Der Spielplatz sei erst vor rund zwei Jahren nach einer Sanierung wieder eröffnet worden. Diese sei durch Spenden und viel Arbeit von Eltern in dem gut 1000-Einwohner-Ort möglich geworden. Das Wohnhaus und die Weinstube der Kläger sind durch eine Gemeindestraße vom Spielplatz getrennt.

Der Lärm sei erst nach der Wiedereröffnung ein Problem geworden, sagte die Klägerin. Denn Spielgeräte wie eine Korbschaukel seien nahe an ihrem Grundstück platziert. "Vorher gab es einen Sandkasten und die Kinder haben ruhiger gespielt", sagte sie. Sie wäre auch zufrieden, wenn die "Monstergeräte" auf die andere Seite des Platzes verlegt würden. Der Vorsitzende Richter Reinhard Dierkes sagte, bei Kinderlärm handele es sich um Sonderlärm, der grundsätzlich hinzunehmen sei. Allerdings gebe es keine "grenzenlose Duldungspflicht". Das Verwaltungsgericht werde seine Entscheidung in den nächsten Wochen bekanntgeben, hieß es.