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Spielplatz für alle vermisst

 Der frühere Spielplatz bei der Kirche ist von Unkraut überwuchert. Jetzt soll er mit Eigenleistung der Ratsmitglieder wieder hergerichtet werden, überlegt der Rat. Foto: Norbert Schwarz
Der frühere Spielplatz bei der Kirche ist von Unkraut überwuchert. Jetzt soll er mit Eigenleistung der Ratsmitglieder wieder hergerichtet werden, überlegt der Rat. Foto: Norbert Schwarz FOTO: Norbert Schwarz
Lambsborn. Zehn Ratsmitglieder und Bürgermeister Rudi Molter stimmten für den Lambsborner Doppelhaushalt 2015/16. Nur Karl Gortner war dagegen. Für ihn gibt es zu viele offene Fragen. Norbert Schwarz

Kein weiteres Drehen an der Steuerschraube, keine Kredite für Investitionen oder zur Liquidität. Die Pro-Kopf-Verschuldung in Lambsborn wird wieder auf 75 Euro im laufenden Jahr (74 nächstes Jahr) steigen, nachdem sie in den beiden zurückliegenden Jahren auf Null hatte zurückgefahren werden können. Karl Gortner, einziges nicht über die SPD-Liste gewähltes Ratsmitglied, versagte am Mittwochabend im Ortsgemeinderat dennoch die Zustimmung zum vorgelegten Doppelhaushalt 2015/16, nachdem sein Antrag auf Vertagung abgelehnt worden war.

Gortner hatte sich aber intensiv mit dem Etat auseinandergesetzt und durch seine Fragen für mancherlei Nachdenken im Rat gesorgt. So wird die Verbandsgemeindeverwaltung klären müssen, warum das Umstellen der Straßenlaternen auf LED-Licht 30 000 Euro mehr kostet als bisher in den Kostenvoranschlägen und Haushaltsansätzen stand. Eine schlüssige Antwort darauf, warum das zentrale Liegenschaftsmangement mit 7000 Euro veranschlagt ist, war gleichfalls nicht zu bekommen, obwohl sich Schriftführerin Christel Mieves redlich bemühte und in fast allen Fällen mit einer schlüssigen Antwort aufwarten konnte oder darauf aufmerksam machte, dass das nicht zum öffentlichen Beratungsteil zählt - wie etwa die Frage, ob der Windpark-Betreiber Prokon nun Gewerbesteuer in Lambsborn bezahlt, wie das nach sechs Jahren vereinbart gewesen sei.

Allein auf weiter Flur stand Gortner zunächst auch mit seiner Forderung, das Lambsborn außer dem nichtöffentlichen Spielplatz beim Kindergarten auch einen öffentlichen Spielplatz braucht. Auf die TÜV-Zwänge und Erschwernisse ging Ortsbürgermeister Rudi Molter näher ein, doch Ratsmitglied Markus Schwarz fand gleichfalls, dass ein öffentlicher Kinderspielplatz viele Eltern im Ort schon vermissen. "Die müssen zu solchen Einrichtungen nach Homburg oder anderswo hinfahren, das kann doch nicht sein!" Im Streit vermitteln tat schließlich Fritz Hellriegel, der vorschlug, dass sich doch die Ratsmitglieder um die Wiederherrichtung des Spielplatzes hinter der protestantischen Kirche kümmern könnten. "Mit Eigenleistung ist da schon was zu machen", so Hellriegel, derweil Gortner anmerkte: "50 Euro als Pacht für ein Grundstück, damit dort Brennnesseln wachsen, die kann man sich ja auch sparen."

Ins Anlegen neuer Grabfelder investiert Lambsborn 20 000 Euro , ins Versetzen eines Denkmals 7000 Euro . 470 000 Euro müssen an Umlage an Kreis und Verbandsgemeinde gezahlt werden.