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Sperrmüllsammler beschäftigen Kreis

Zweibrücken/Pirmasens. Immer wieder sind sie Gegenstand von Klagen und Kritik in Ortsgemeinderäten, die - meist osteuropäischen - Sperrmüllsammler in den Ortsgemeinden im Landkreis. Jetzt trägt Heinrich Hoffmeister, SPD-Kreistagsmitglied und Lemberger Ortsbürgermeister, aus aktuellem Anlass das Problem dorthin, wo es auch hingehört - zur Kreisverwaltung

Zweibrücken/Pirmasens. Immer wieder sind sie Gegenstand von Klagen und Kritik in Ortsgemeinderäten, die - meist osteuropäischen - Sperrmüllsammler in den Ortsgemeinden im Landkreis. Jetzt trägt Heinrich Hoffmeister, SPD-Kreistagsmitglied und Lemberger Ortsbürgermeister, aus aktuellem Anlass das Problem dorthin, wo es auch hingehört - zur Kreisverwaltung. Er hat Landrat Hans Jörg Duppré gebeten, sich über ein neues Sperrmüllsammelsystem Gedanken zu machen, nachdem am Sonntag 33 Sperrmüllsammler in Lemberg den Verkehr lahmgelegt haben.Regelmäßig gebe es Klagen über die Sperrmüllsammler, zugenommen haben sie aber nicht, erklärte Ulla Eder, Pressesprecherin der Kreisverwaltung. Und auch der Umwelt- und Abfallwirtschaftsausschuss des Landkreises habe sich schon mit dem Problem befasst, allerdings eine Umstellung auf ein Abrufsystem nicht befürwortet. Denn sowohl das Umwelt- und Abfallreferat als auch die Ausschussmitglieder sehen die Rolle der Sperrmüllsammler und die Organisation der Sperrmüllabfuhr in einem anderen Licht als viele Bürger.

Vor 2013 keine Änderung



"Eigentlich sind die Sperrmüllsammler ja wünschenswert, denn unser Abfallwirtschaftssystem setzt ja auf Wiederverwendung und -verwertung", erklärte sie. Alles, was die Sammler am Vortag aus dem Sperrmüll holen, müsse nicht entsorgt werden. Vor einer Umstellung der Abfuhrorganisation schreckt die Kreisverwaltung aber auch zurück, weil sie deutlich teurer werden würde. "Wir haben 40 000 Haushalte im Landkreis. Braucht jeder Haushalt nur einmal im Jahr eine Sperrmüllabfuhr, müssen 40 000 Anrufe bearbeitet werden", macht sie auf die Dimension aufmerksam. Eine Umstellung hätte eine Personalaufstockung mit entsprechenden Kosten in der Kreisverwaltung als Konsequenz, aber auch die Abfuhr an sich wäre deutlich aufwändiger.

Ohnehin macht Eder wenig Hoffnung, dass es eine schnelle Veränderung geben wird, denn die Kreisverwaltung hat langfristige Verträge für die Abfallentsorgung abgeschlossen, auch für die Sperrmüllabfuhr. Dieser Vertrag läuft Ende 2013 aus, kann aber zweimal für ein Jahr verlängert werden. Damit fällt das Vertragsende allerdings auch genau in die Phase, in der ein neuer Abfallwirtschaftsplan für den Landkreis erstellt wird. Weil sich ab 1. Juni dieses Jahres die Abfallgesetzgebung geändert hat, beginnen gerade die Vorbereitungen für den neuen Abfallwirtschaftsplan, der bis zum Jahresende 2013 fertig sein soll. Danach werden die Aufträge für die Abfuhr von Hausmüll, Altpapier, Gelben Sack und Sperrmüll neu ausgeschrieben. 2014 soll die Auftragsvergabe erfolgen. In diesem Zusammenhang wird, wie Eder erklärt, auch über die Sperrmüllabfuhr und -verwertung gesprochen. glö