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Sicherheit der Bürger wichtiger als Profit

Gewobau Ausschüttung an Stadt wäre besser gewesen Zu „Streit um Gewobau-Gewinne“ (Merkur vom 20. Februar) Auf dem Landesrechnungshof sitzen offenbar nur bedingt fähige Menschen, die sich erdreisten, ausgerechnet die Gewobau zu kontrollieren und diese zu ermahnen.

Hier geht es um Zahlen und um nichts anderes. Sofern die Gewobau als Wohnungsbau-Unternehmen investierte, hat sie sich ja bewährt, aber die Ausflüge ins konzeptlose Investorenabenteuer wie beim City-Outlet konnte nicht funktionieren, was im übrigen schon vor dem Umbau prognostiziert wurde.

Wieso Gewobau-Prokurist Holzmann bedauert, dass der Landesrechnungshof aufgrund seiner Erkenntnisse die Gewobau scheinbar einseitig und negativ bewertet, ist auch nicht verständlich. Würde überall alles redlich und ordentlich ablaufen, könnte man auch auf einen Rechnungshof verzichten. Berni Düker wäre als Chef des Aufsichtsrates verpflichtet gewesen, den Unfug City-Outlet zu stoppen und das Unternehmen vor Schaden zu schützen, denn nach dem GmbHG wäre er persönlich haftbar - und unter Umständen regresspflichtig gewesen. Aufsichtsratsvorsitzender zu sein, bedeutet, dass man ein Unternehmen konsequent kontrollieren kann. Dem Landesrechnungshof geht es nicht um irgendwelche Wohltaten, wie hier schmerzlich vorgejammert wird, sondern um die offenbar notwendige Kontrolle und eine rationale Verwendung der Ausgaben. Eine Ausschüttung an die Stadt wäre wohl hilfreicher gewesen als irgendwelche millionenteure Luftschlösser mit nicht abzusehenden laufenden horrenden Folgekosten. Willi A. Brombacher, Zweibrücken

Deponie

Sicherheit der Bürger wichtiger als Profit

Zu "300 Unterschriften gegen Deponie-Erweiterung" (Merkur vom 14. Februar) und weiteren Berichten

Stadt und UBZ sorgten in den letzten Jahren dafür, dass Millionen Tonnen immer gefährlicheren Mülls von weither nach Mörsbach transportiert und entsorgt wurden. 225 000 Kubikmeter werden jährlich verfüllt - nur knapp 7000 davon kommen aus Zweibrücken. Eine Aufgabe unserer Stadt ist es sicher nicht, internationalen Problemmüll unterzubringen. Was treibt die Verantwortlichen an? Obwohl es nie ausgesprochen wird, ist es jedem klar: Es lockt das Geld - viel Geld! Doch ist die Deponie wirklich dieser märchenhafte Goldesel, der uns problemlos Reichtum schenkt?

Warum bringt die Ablagerung von gefährlichem Abfall so viel Geld? Warum machen die Herkunftsstädte nicht selbst dieses blendende Geschäft? Die Antwort ist ganz banal: Anderen ist gefährlicher Müll einfach zu gefährlich! Kritischer formuliert heißt das: Erlöse werden nur deshalb erzielt, weil die Bürger von Mörsbach und anderen Stadtteilen permanent Belastungen und Risiken ausgesetzt werden, die andere Verantwortliche von ihren Bürgern bewusst fernhalten. Oder ist die Ablagerung in Mörsbach spottbillig? So billig, dass es sich lohnt, zum Beispiel den Problemmüll aus Italien trotz hoher Transportkosten an vielen näheren Deponien vorbei zu uns zu karren?

Wurden und werden da nicht Werte verschleudert? Auch vorhandener sanierter Deponieraum stellt einen Wert dar, den man nicht vergeuden sollte. Werden auch die Kosten für die Jahrzehnte notwendige Nachsorge einkalkuliert? Zum Minusgeschäft kann das Ganze sogar werden, wenn es unredlichen Einlieferern gelingt, Hochgiftiges unterzumischen, was bei mehr als 30 000 Lkw im Jahr gerade in diesem Metier nicht ganz unwahrscheinlich ist. Berücksichtigt man all diese Faktoren, so stellt sich die Frage: Lohnt sich der Müllimport wirklich? Horst Scherer, Zweibrücken